Versammlung der SPD-Arbeitnehmer-AG

Harsche Kritik an Parteispitze

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Der AfA-Vorstand nach der Wahl (von links): Rainer Matern (stellvertretender Vorsitzender), Erich Strüb (Schriftführer), Rolf Chiout (Beisitzer), Serkan Sapmaz (Beisitzer), Dr. Harry Neß (Versammlungsleiter), Julian Brenner (Beisitzer), Stefan Metz (Vorsitzender), Susanne Jörn (Beisitzerin). Auf dem Foto fehlen Johannes Böttcher, Tobias Lauterbach, Zacharias Leis, Walter Pfeifer und Manfred Zinn.

Offenbach - Der alte und neue Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) ist fast schon ein Exot in seiner Partei:

Stefan Metz, so der AfA-Vorstand in einer Presseerklärung zur jüngsten Hauptversammlung, sei der einzige klassische Arbeiter auf der Kommunalwahlliste der einstigen Arbeiterpartei gewesen. Auf Platz 18 rutscht er gerade so ins Stadtparlament. Metz listete in seinem Bericht Schwerpunkte des vergangenen Jahres auf: Leih- und Zeitarbeit in städtischen Gesellschaften, teilweiser Wegzug von Dematic aus Waldhof, endlich ein Tarif für VDE-Mitarbeiter, Sozialplan bei Areva, Folgen der Kündigung der bislang von der Stadt verpflichteten Reinigungsfirma für deren Mitarbeiter.

Geprägt wurde die Versammlung jedoch von der Diskussion über den Ausgang der Kommunalwahl. Dabei gab es harsche Kritik am Vorstand der örtlichen Gesamtpartei. Den Umgang mit Genossen bei der Aufstellung der Kandidatenliste (statt maximal 71 Plätze auszunutzen Beschränkung auf nur 51 Platzkandidaten) ordnet die AfA als „undemokratisch und nicht mit sozialdemokratischen Grundsätzen vereinbar“ ein. Im Vorfeld öffentlich geworden war die Auseinandersetzung um den nicht mehr berücksichtigten AfA-Schriftführer und langjährigen Stadtverordneten Erich Strüb.

Alles zur Kommunalpolitik in Offenbach

„Was hier durchgezogen wurde, war so gewollt, um die vorderen Plätze abzusichern“, heißt es im Schreiben des Arbeitnehmerflügels. (Zur Erklärung: Wenn nicht die möglichen 71 Listenplätze ausgeschöpft werden, fließen die restlichen Stimmen den ersten der Liste zu.) Den Unterbezirksvorstand um Dr. Felix Schwenke trifft der AfA-Vorwurf, er habe stromlinienförmig mitmarschierende Genossen mit aussichtsreichen Plätzen belohnt.

Das Ergebnis der Wahl, so die SPD-Arbeitnehmer, sei in Offenbach das schlechteste seit den 50er Jahren gewesen. Wenn dies zu Turbulenzen führe, liege die Schuld alleine bei der Parteiführung. Viele negative Entscheidungen hätten dazu geführt, dass Wähler der SPD den Rücken zugekehrt hätten: „Das Abschneiden der AfD insbesondere in Tempelsee, ist eine Ohrfeige für die Etablierten.“ Appell der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen: „Wir brauchen kritische Personen und keine Kopfnicker.“ (tk)

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