Coronavirus

Ohne Maske keine Schnäppchen: Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen beim Flohmarkt

Gefeilscht wird auch in Corona-Zeiten um jedes Stück am Mainufer.
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Gefeilscht wird auch in Corona-Zeiten um jedes Stück am Mainufer.

Trotzdem der rapide Anstieg der Corona-Infektionszahlen in Offenbach erst einmal aufgehalten und die vierte Warnstufe verlassen wurde, gelten die Kontaktbeschränkungen in der Stadt vorerst noch bis zum 6. September.

Offenbach - Das wirkt sich auch auf das Freizeitangebot aus, die Einschränkungen führen zu zahlreichen Absagen von Veranstaltungen. Der Flohmarkt am Mainufer ist eine der regelmäßigen Veranstaltungen, die dem trotzen: Veranstalter Manfred Reißmann kann sämtliche Auflagen erfüllen und sorgt dafür, dass auf seinem Flohmarkt alles reibungslos abläuft, wie er am vergangenen Samstag erneut bewiesen hat.

An einem der beiden Eingänge des eingezäunten Geländes erscheint eine Frau, verlangt Einlass, ohne den obligatorischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und zeigt dem Eingangspersonal ein Attest. Aber Manfred Reißmann kennt keine Gnade und verwehrt der Dame trotz Protest den Zugang zum Flohmarktgelände: Als Privatveranstalter kann er auf der nicht-öffentlichen Veranstaltung von seinem Hausrecht Gebrauch machen. Und abgesehen vom Sicherheitsaspekt, erklärt er, wie solle er anderen Besuchern erklären, wenn eine Dame ohne Maske durch die Gänge zöge? „Das Hauptaugenmerk bei der Sicherheit liegt bei der Maske und dem Einhalten der Abstände“, erklärt er, „wir sind da massiv hinterher.“

Es seien nur noch wenige Besucher auf dem Flohmarkt unterwegs, die sich uneinsichtig zeigten. Dennoch hat Reißmann zwei zusätzliche Mitarbeiter ins Boot geholt, die in den Gängen zwischen den Flohmarktständen darauf achten, dass sämtliche Besucher ihre Maske korrekt angelegt haben. Aussetzer gibt es zum Glück nur selten: Vor zwei Wochen, berichtet Manfred Reißmann, hätten vier Männer auf den Hinweis zur Maskenpflicht aggressiv reagiert, die begleitende Frau hätte schließlich begonnen, um sich zu spucken, was einen Platzverweis nach sich zog. Seitdem würden verschärfte Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Außerdem hätte er ein Schreiben von einer Rechtsanwältin aus Suhl erhalten, dass er mit seinen Maßnahmen „Kranke und Behinderte diskriminiert“.

Erfahrungen wie diese beeinträchtigen Reißmanns Engagement und Freude an der Organisation des Flohmarkts aber keineswegs. Auch wenn es nach der Pressekonferenz der Stadt am 21. August zunächst einige Verwirrung gegeben hatte, was die lückenlose Fortführung des Flohmarkts betraf, konnte Reißmann aufatmen, dass seine Veranstaltung als Verkaufsstätte eingestuft wurde. Die vorgeschriebene Quadratmeterzahl von drei Quadratmetern pro Besucher wird auf der Freifläche des Parkplatzes am Mainufer gewährleistet, außerdem findet keine Besucherregistrierung mehr statt, wie es noch Anfang Juli der Fall gewesen war. Dennoch habe man sich entschieden, es vorerst bei der Umzäunung des Geländes zu belassen, „um Gegenverkehr zu vermeiden“. Auch die Besucher halten die vorgegebene Distanz ein: „Das muss ich wirklich loben.“

Mit der Besucherzahl zeigt sich der Veranstalter am Samstag zufrieden, rund 120 Aussteller bieten ihre Waren an. „Aber es könnten ein paar mehr sein“, stellt er auf seinem Streifzug vorbei an den Tischen fest. Doch gegenüber den letzten Wochen, in der die Hitze auch Offenbach fest im Griff hatte, sei das schon eine enorme Verbesserung. Hoffnungen legt er in die nächsten Wochen - der Flohmarkt wird nach der Absage der Lederwarenmesse an jedem Samstag im September öffnen können. Auch wenn Reißmann die Messeabsage für die Veranstalter bedauert, für seinen Flohmarkt ist es eine Erleichterung, „gerade, wo wir vier Monate lang die Bude zu hatten.“ Von Jan Schuba

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