Fehlender Buchstabe behindert Zahlungsmoral

Verwirrung um den Knöllchen-„BIC“

+

Offenbach - Der Europabürger muss sich seit diesem Jahr an neue Kürzel und Buchstaben-/Zahlenketten im Zahlungsverkehr gewöhnen. Das erfordert SEPA, die „Single Euro Payments Area“, auf Deutsch der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum.

National reicht die Angabe der IBAN; die „International Bank Account Number“ besteht aus Länderkennung (DE), zwei Prüfziffern, der Bankleitzahl und der Kontonummer. Der BIC (Bank Identifier Code) ist nur für internationale Transaktionen erforderlich.

Eigentlich. Tatsächlich aber ist zumindest bei einigen Banken ein korrekter BIC offenbar für die elektronische Überweisung am Automaten oder per Online-Banking unverzichtbar. Diese Erfahrung haben dieser Tage einige Verkehrssünder machen müssen, die auf diesem Weg ihr in Offenbach erhaltene gebührenpflichtige Verwarnung begleichen wollten. Ein klitzekleiner Fehler auf den amtlichen Schreiben behinderte zunächst die Zahlungsmoral. So bei Winfried A. aus Mainhausen, dessen Gattin in Offenbach zu schnell gefahren und sich ein 15-Euro-Knöllchen eingefangen hatte.

Er scheiterte bei seinen Überweisungsversuchen und beklagt sich: „Die Stadt Offenbach hat offensichtlich noch nicht verstanden, wie eine SEPA-Überweisung aussehen muss.“ Wenn man eine nicht korrekte Bankverbindung benutze, laufe man sogar Gefahr, dass man von der eigenen Bank mit einer Gebühr bestraft werde, weil die Überweisung nicht ausgeführt werden könne.

Denn obwohl er für den Zahlungsverkehr zwischen Mainhausen und Offenbach überflüssig ist, blockiert ein falscher BIC auf dem bereits vom Empfänger vorher ausgefüllten Überweisungsschein im Zuge der Plausibilitätsprüfung den Vorgang. Und auf den Knöllchen-Vordrucken und den Zahlungsträgern der Stadt Offenbach fehlte am Ende der Kolonne „HELADE10F“ eine Zeitlang ein zweites „F“.

Als das bekannt wurde, gab es im Rathaus zunächst die Befürchtung, dass 200.000 gerade erst angeschaffte Formulare eingestampft werden müssten. Aber der Schaden tendiert gegen Null, wie Ordnungsamtsleiter Peter Weigand Entwarnung gibt: Es sind Blanko-Blätter, Daten wie IBAN und BIC werden erst bei Bedarf nachträglich eingedruckt. Falsche BICs gingen lediglich 156 Mal raus.

tk

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare