„Viel besser als im Internet“

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Manchmal darf es einfach nur etwas Schönes sein – wie diese Dekoration für den heimischen Garten. Auch daran gab es bei der Baumesse genug Auswahl.

Offenbach - Was gibt es Schöneres als das eigene Zuhause? Doch die Idealvorstellung vom behaglichen Eigenheim, in dem sich Umwelteffizienz, Komfort, Sicherheit und erschwingliche Kosten vereinen, scheitert oft an der Realität. Von Veronika Szeherova

Wie man sich ihr trotzdem annähern kann, ob im Nachhinein oder am besten schon vor Baubeginn, zeigt seit elf Jahren die Baumesse in Offenbach. „Die Veranstaltung hat sich etabliert“, freut sich Marketingleiter Tim Erlei. „Letztes Jahr kamen über 15 000 Besucher, diesmal sind es sicher wieder so viele. “.

Von Freitag bis Sonntag haben in den Offenbacher Messehallen 200 Aussteller ihre Stände aufgebaut, die meisten aus der Region. Zum ersten Mal seinen Weg durch den Trubel bahnt sich Besucher Stefan Lehr. „Wir wollen eventuell neu bauen“, erzählt der Neu-Zimmerner, der bereits tütenweise Informationsmaterial zusammengetragen hat. Die Messe nutzt er, um sich umfassend zu informieren: „Uns interessiert das komplette Programm. Ich denke, der Besuch hat uns schon weitergebracht.“

Eine noch weitere Anreise nahm Ulf Sentfleben in Kauf: Er ist aus Bad Soden gekommen. „Ich kenne die Messe von Wallau, da war ich schon öfter. In Offenbach ist sie aber größer.“ Zwar sucht er diesmal nichts Konkretes, am Thema ist der Hausbesitzer allgemein interessiert. „Eine Messe bietet ganz andere Möglichkeiten als das Internet – hier kann man alles direkt sehen, sich genau informieren, seine Fragen an Fachleute stellen.“ Das Internet nutzt er, um eine grobe Richtung zu bekommen: „Wenn es dann konkret wird, nehme ich lieber einen Handwerker, der von hier kommt und auch die Haftung übernimmt. Im Internet endet es schnell in ,Billig gekauft, teuer bezahlt’.“

Seit vielen Jahren besucht ein Offenbacher Ehepaar, das seinen Namen nicht nennen möchte, die Messe. „Wenn es zeitlich passt, kommen wir immer her.“ Speziell informiert haben sich die beiden diesmal über Sicherheitsschlösser und Dach-Innendämmung. „Die Messe ist gut, um sich einen Überblick zu verschaffen und zu vergleichen“, erzählt der Mann. „Es gibt heutzutage nicht mehr viele gute Handwerker, aber hier gibt es doch noch einige seriöse Anbieter.“

Baumesse 2011 in Offenbach: Bilder

Baumesse in Offenbach

Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist altersgerechtes bauen und Barrierefreiheit – beispielsweise im Badezimmer. „Ich habe es unterschätzt, wie groß das Interesse daran wirklich sein wird“, gibt Thomas Menger von der Offenbacher Firma Main Bad zu, der das ganze Wochenende fast nahtlos von einem Beratungsgespräch ins nächste überging. „45 Prozent der Anfragen gehen in diese Richtung. Hätte ich das gewusst, hätte ich noch mehr aufgefahren.“ Die Badewanne an seinem Stand, die mit einer Tür geöffnet werden und dann schwellenlos betreten werden kann, verlockt viele Kunden, sich selbst mal hineinzusetzen. „Es kamen auch ganz akute Anfragen, wo der Ehepartner noch im Krankenhaus liegt.“

Zweiter Schwerpunkt: Schallschutz. Markus Hahnefeld von der Fensterfirma City-Glas aus Bad Kreuznach berät über schallisolierte Fenster, gerade im fluglärmgeplagten Offenbach ein wichtiges Thema. „Die Anfragen zum Wärmeschutz übersteigen aber die zum Lärmschutz“, berichtet er. Wer aus Lärmgründen einen Fensteraustausch erwägt, dürfe die Rollladenkästen nicht vergessen, durch die besonders viel Lärm dringt, sofern sie nicht zusätzlich mit Schwerfolie gedämmt sind. „Wer Ihnen nur die Fenster verkaufen möchte, aber das nicht erwähnt, ist nicht seriös“, warnt der Fachmann.

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