Viele Fragen bei Hauskauf

Offenbach (ku) - Bei Eigenheimen, die in den 50er, 60er- und 70er-Jahren - oder früher - errichtet worden sind, vollzieht sich seit geraumer Zeit ein Generationswechsel bei den Eigentümern.

Aus Altersgründen trennen sich viele Hausbesitzer von ihrer Immobilie, da sie das Objekt nicht mehr bewirtschaften können oder weil der Raumbedarf nach dem Auszug der Kinder geringer geworden ist. Ein weiterer und trauriger Grund ist der Tod eines Hausbesitzers, in dessen Folge die Immobilie vererbt oder verkauft wird. Für Erben und Käufer eines solchen meist betagten Hauses stellen sich allerdings rechtliche wie auch finanzielle Fragen.

Fragen rund um das Thema „Immobilien kaufen und erben“ beantworten Experten am Donnerstag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr bei einer Telefonaktion für die Leser unserer Zeitung:

Christopher Albrecht, Vorsorgeexperte der HUK Coburg (069/85008279);

Alexander Ficht, Steuer- und Rentenberater von der Steuerberaterkammer Hessen (069/85008280);

Jürgen Simon, Rechtsanwalt und Notar, Partner der Kanzlei Simon & Partner GbR Steuerberater Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer (069/85008281).

Bei älteren Häusern ergeben sich häufig Probleme. Ist ein Haus beispielsweise älter als 20 Jahre, so besteht in aller Regel ein erhöhter Modernisierungsbedarf. So sind nicht nur die Versorgungsleitungen in die Jahre gekommen, sondern vor allem Dach, Fassade, Fenster und Heizung. Die Aufwendungen für eine energetische Sanierung belaufen sich beispielsweise auf etwa 30 000 Euro. Wer also ein älteres Haus übernehmen möchte, muss oft mit Folgekosten rechnen, noch bevor er eingezogen ist. Für den Käufer bedeutet dies, seine Finanzierung um diesen durch einen Energieberater oder Bausachverständigen zu kalkulierenden Betrag aufzustocken oder noch vor dem Kauf frühzeitig eine Instandhaltungsrücklage, zum Beispiel mittels Bausparvertrag, zu bilden. Letzteres hat für den Erben den Vorteil, dass er sich im Falle der Eigennutzung den günstigen Darlehenszins langfristig sichert. Für ihn besteht zudem oft die Verpflichtung, weitere Erben auszuzahlen. In diesem Fall kann ebenfalls eine Immobilienfinanzierung helfen, erbschaftsbedingte Immobilienkosten zu regeln.

Durch eine Erbschaft ergeben sich nicht nur neue Vermögens- und Besitzverhältnisse, sondern oft auch neue Verbindlichkeiten. Für Fixkosten oder Schulden müssen nun die nächsten Hinterbliebenen aufkommen. Dagegen können Erbschaften oder Auszahlungen aus privaten Renten- oder Lebensversicherungen das Budget entlasten. Wichtig ist, dass der Begünstigte beispielsweise im Falle einer Kapitallebensversicherung den Tod seines Angehörigen bei der Versicherung unverzüglich anzeigt und seinen Anspruch belegen kann.

Vererbte Immobilien oder Kapitalvermögen werden im Zuge der Erbschaftssteuer einheitlich besteuert. Bis zu einer bestimmten Höhe gibt es Steuerfreibeträge, die je nach Verwandtschaftsgrad variieren. Vor allem nahe Angehörige, wie die Ehefrau, Kinder und Enkel, sind seit der Erbschaftssteuerreform besser gestellt. Allerdings kann sich die Reform für entfernte Verwandte, für Lebensgefährten und sogar Geschwister nachteilig auswirken, da deren Steuersätze deutlich gestiegen sind.

Rubriklistenbild: © pixelio.de / Uli Carthäuser

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