Rundumschlag: Zur „Offenbacher Woche“ zeigt die Stadt, wo und wie Geld in Gebäude und Wege fließt.

Viele neue Bauklötze

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Der neue Stadtplan: Vor allem Maßnahmen, die aus den Förderprogrammen von Bund und Land bezahlt werden, verändern das Bild der Stadt stetig. Im Stadt-Zelt auf dem Hugenottenplatz können während der „Offenbacher Woche“ aber auch Grafiken zu Projekten begutachtet werden, die Offenbach aus eigener Finanzkraft stemmt. Hochaktuell: Das Neubaugebiet „An den Eichen“, für das gerade der Vermarktungsstartschuss fiel, ist schon eingezeichnet.

Offenbach - (mcr) Nein, der Oberbürgermeister tut‘s nicht nochmal. Dass sich Horst Schneider gestern, einem verspielten Riesen gleich, über den Wilhelmsplatz beugte und an Bäumen rüttelte, muss niemandem Angst vor einer neuen Fällaktion machen. Zum Rütteln hatte der OB nur etwas, weil die zur Offenbacher Woche auf dem Hugenottenplatz ausgestellte Innenstadtminiatur der Realität etwas hinterher hinkt.

Der Wilhelmsplatz hat seine vom empörten Volk intensiv betrauerten sieben Bäume noch, und am Aliceplatz, wo schon Ende September das KOMM zum Konsum ruft, ist weiterhin das alte Verlagshaus unserer Zeitung zu bewundern.

Da waren die Bauklotz-Schreiner langsamer als die Leute vom Amt für Stadtplanung und Baumanagement. Dass letztere ihre Hausaufgaben gründlich gemacht haben, wird rund um das Offenbach-Modell deutlich. An den Zeltwänden ist grafisch schön aufbereitet, was und wo in der Stadt gerade oder in naher Zukunft gebaggert, gemauert, saniert oder erweitert wird.

Die aktuellen und nahenden Projekte

Aktuelle und nahende Projekte der Stadt Offenbach

Es ist die zehnte Novitätenschau - und in diesem Jahr fällt sie besonders üppig aus, weil nicht nur das 250 Millionen Euro schwere 10-Jahres-Schulbauprogramm Fahrt aufgenommen hat. Auch 31 Millionen aus Konjunktur- und Investitionsprogramm sorgen für einen Bauboom. Geldhamstern hätte nicht funktioniert; die Förder-Euro müssen schnell ausgegeben werden, damit die Wirtschaft wieder anspringt. Also haben die Stadtplaner und Baumanager im Amt von Susanne Schöllkopf gerade „50 bis 60 Projekte“ gleichzeitig in der Mache. Und die Kollegen von Heike Hollerbachs („Das ist heftig“) Amt für Umwelt, Energie und Mobilität sind immer mit von der Partie.

Der plakative Rundumschlag gibt Aufschluss über die Sanierung der Kitas 8, 9, 10, 13 und 14, über die Zukunft der bald fertigen drei Gymnasien, über neue Spiel- und Bolzplätze in ebenfalls aufgemöbelten Parks, über den geplanten Neubau des Sportzentrums Bürgel, die Sanierung des Waldschwimmbades auf der Rosenhöhe, die Brandschutzertüchtigung des Ledermuseums und die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer. Erklärt wird auch die Herrichtung des Mainuferradwegs im Mainbogen zwischen Bürgel und Rumpenheim und die des, wie der OB sagte, „kleinen Schamstücks an der Schleuse zwischen Offenbach und Frankfurt“.

Etwas vermissen wird mancher beim Studium der Plakate und Erklärungen zur groß angelegten Neugestaltung des Mainuferparks. Öffentliche Toiletten sind nicht vorgesehen. Schneider: „Wir haben dort keinen Abwasserkanal. Ob wir uns da unbedingt ein Dixi-Klo wünschen, da mache ich mal ein Fragezeichen dahinter.“ Gebraucht würde eine Hebeanlage. Doch die sei sehr teuer und wohl erst Thema, wenn die Stadt die Maindeichertüchtigung in Angriff nimmt. Anfang bis Mitte des nächsten Jahrzehnts könnte es soweit sein. Bis dahin? „Muss man mit Fragen der persönlichen Entsorgung auch strategisch umgehen…“

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