Viele Offenbacher in Kurzarbeit

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Im vergangenen Jahr waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Offenbach durchschnittlich 6.591 Menschen in 226 Betrieben von Kurzarbeit betroffen.

Offenbach ‐ Im vergangenen Jahr waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Offenbach durchschnittlich 6 591 Menschen in 226 Betrieben von Kurzarbeit betroffen. Von Marc Kuhn

Im März 2009 waren 9.110 Menschen in rund 200 Unternehmen in Kurzarbeit, im Juni waren es 275 Betriebe mit 7.200 Beschäftigten, wie die Agentur gestern mitteilte. Seitdem gehe die Kurzarbeit zwar stetig zurück. Es sei aber auch im Dezember noch in 250 Betrieben mit fast 4.900 Personen kurzgearbeitet worden.

„Kurzarbeit beinhaltet die Chance auf den Erhalt des Arbeitsplatzes“, erklärte Beatrix Schnitzius, Chefin der Offenbacher Arbeitsagentur. Die eingearbeiteten Arbeitskräfte zu behalten, ist für die Unternehmen eine Perspektive, um sofort einsteigen zu können, wenn sich die Auftragssituation wieder positiv verändert. Viele Unternehmen haben zudem die Möglichkeit genutzt und während der Kurzarbeit qualifiziert - zu ihrem Vorteil und dem der Beschäftigten.“ Nach ersten Schätzungen hätten im Januar 34 Betriebe für zirka 220 Beschäftigte bei der Arbeitsagentur Kurzarbeit neu angezeigt, so die Agentur. Im Februar zeigten 27 Unternehmen für rund 160 Personen Kurzarbeit neu an.

210 Betriebe mit 6.310 Beschäftigten betroffen

Vor allem Betriebe des verarbeitenden Gewerbes hätten 2009 in Offenbach Kurzarbeit in Anspruch genommen, berichtete die Behörde. Die Anzeigen für Kurzarbeit seien aber aus nahezu allen Branchen gekommen. Die Agentur für Arbeit zahle je nach Ausgangslage verschiedene Arten von Kurzarbeitergeld. Im vergangenen Jahr sei vor allem das konjunkturelle Kurzarbeitergeld gefragt gewesen. „Es wird gezahlt, damit vorübergehende konjunkturell bedingte Auftragsrückgänge nicht zu Entlassungen führen müssen. Durch die Konjunkturpakete der Bundesregierung wurde vielen Unternehmen unbürokratisch ermöglicht, Kurzarbeitergeld in Anspruch zu nehmen: im Agenturbezirk Offenbach waren es 2009 durchschnittlich 210 Betriebe mit 6 310 Beschäftigten“, hieß es.

In Betrieben des Baugewerbes, des Dachdeckerhandwerks und des Garten- und Landschaftsbaus kann vom 1. Dezember bis zum 31. März Saison-Kurzarbeitergeld gezahlt werden, wie die Agentur weiter erläuterte. Für Gerüstbaubetriebe beginne die Förderzeit am 1. November. Das Saison-Kurzarbeitergeld verhindere, dass Beschäftigte witterungsabhängiger Branchen in den Wintermonaten arbeitslos werden. Über das gesamte Jahr 2009 gesehen hätten durchschnittlich zehn Betriebe mit 44 Arbeitnehmer Saison-Kurzarbeitergeld aus wirtschaftlichen Gründen beansprucht.

Transfer-Kurzarbeit werde gezahlt, wenn ein Unternehmen Personal abbauen müsse, erklärte die Agentur. Die Betroffenen seien dann nicht mehr für den alten Arbeitgeber tätig, sondern würden in einer Transfergesellschaft weiter beschäftigt und erhalten Transfer-Kurzarbeitergeld. Innerhalb von maximal zwölf Monaten sollen die betroffenen Arbeitnehmer qualifiziert und möglichst nahtlos in neue Beschäftigungen integriert werden. Im Agenturbezirk Offenbach habe es im Jahresdurchschnitt sechs Betriebe mit 237 Betroffenen gegeben. „Der Anstieg des Transfer-Kurarbeitergeldes muss nicht beunruhigend sein“, erklärte Schnitzius. Wenn sich die konjunkturelle Lage entspanne, „mehren sich die Chancen, dass gut vorbereitete Arbeitnehmer aus Transfergesellschaften wieder in Beschäftigung gehen“.

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