Ratgeber zum Schulwechsel

Viele Wege führen zum Abitur

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Offenbach - Eng ist’s an den Offenbacher Schulen. Jedes Jahr können 150 bis 200 Schüler nach der vierten Klasse nicht die von ihren Eltern favorisierte Schule besuchen. Von Fabian El Cheikh

Aus Kapazitätsgründen, wie Dr. Peter Bieniußa, Leiter des Staatlichen Schulamts, gestern im Rathaus berichtet. Das trifft schon mal bis zu 20 Prozent aller Offenbacher Schüler, die sich auf den Schulwechsel vorbereiten. Besonders deutlich wird dieses Problem an den Gymnasien: Während etwa Albert-Schweitzer- und Rudolf-Koch-Schule die vielen Anfragen kaum bewältigen konnten, hatte die Leibnizschule zu Beginn des Schuljahrs noch einige Plätze frei.

Nach 23 Jahren kommt der jährlich überarbeitete Ratgeber zum Schulwechsel nun in modernem Erscheinungsbild.

Umso wichtiger ist dem Schulamtsleiter wie auch dem Schulelternbeirat vor diesem Hintergrund die Broschüre „Was kommt nach der Grundschule?“. Die völlig überarbeitete und nun auch farbige Neuauflage des Ratgebers dient Eltern als wichtiger Leitfaden. Er informiert übersichtlich, in vergleichender Darstellung und klar strukturiert über Förderschulen, Gesamtschulen, Förderstufen und Gymnasien. Eltern lernen die Unterschiede aller 13 weiterführenden Offenbacher Schulen kennen, gewinnen eine klare Vorstellung des Unterrichtsangebots und einen Eindruck von den Angeboten, die dort gemacht werden – von der Haupt- bis zur beruflichen Schule.

Federführend an dem Projekt beteiligt war die Initiative „Lernen vor Ort“. Felicitas von Küchler betont: „Wir wollen mit der Broschüre die Eltern als verantwortungsvoll Entscheidende ansprechen.“ Viele Eltern, ergänzt Bieniußa, wollten das vermeintlich Beste für ihr Kind, das Abitur. Fehle die gymnasiale Empfehlung des Klassenlehrers, gehe für Mama und Papa schnell die Welt unter. „Und für das Kind oft später, weil es vielleicht mental nicht gut aufgehoben ist auf dieser Schulform.“ Das Scheitern, der „Rauswurf“ aus dem Gymnasium, bedeute dann eine schwere Niederlage, ein unnötiges Stigma.

Weiterführende Schulen in Offenbach

Weiterführende Schulen in Offenbach

Der bildlichen Darstellung des Offenbacher Bildungssystems in der Broschüre misst von Küchler daher größte Bedeutung bei: „Da erkennen Eltern auf einen Blick, dass mit dem Gang auf die Realschule längst nicht die letzte Entscheidung gefallen ist. Im Gegenteil, man sieht sofort, dass es einen Weg nach der Mittleren Reife gibt, dass Schüler danach noch immer zu allen anderen Abschlüssen, auch dem Abitur, kommen können.“

Viel Herzblut haben die Beteiligten in die Veröffentlichung gesteckt. Gestaltet und inhaltlich strukturiert wurde sie mithilfe städtischer Zuschüsse an den Schulelternbeirat von August-Bebel-Schülern in zweijähriger Arbeit. Notwendig war die Neuauflage auch aufgrund geänderter Anforderungen: „Waren früher Sprachenfolge oder angebotene Naturwissenschaften ausschlaggebend, fragen Eltern heute nach Betreuungsmöglichkeiten in den Schulen.“

Die Broschüre wird ab heute an die Eltern von Viertklässlern verteilt. Eine pdf-Datei gibt es auf www.offenbach.de/bildung.

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