Viele wollten nur aufs Klo

Offenbach (mad) Zum Glück war’s meistens nur die Bitte, auf die Toilette gehen zu dürfen. Drei Mal musste ein Streit geschlichtet, jeweils einmal ein verletztes Kind versorgt und ein verirrtes zurück zur Mutter gebracht werden.

„Doch in fünf Fällen waren die Hilfeinseln auch Retter in der Not“, sagt Andrea Egerer. Die Geschäftsführerin der Starthäuschen GmbH zieht Bilanz zu einem Projekt im Nordend, das im Mai 2010 ins Leben gerufen und bislang von rund 400 Kindern genutzt wurde.

Das Pilotprojekt „Hilfeinsel Leon“, das von der Stadt und dem Polizeipräsidium Südosthessen unterstützt wird, will die Lebensumwelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen verbessern und das Sicherheitsgefühl der Anwohner stärken. 34 Partner kooperieren. Es sind Geschäfte wie Bäckereien oder öffentliche Einrichtungen wie das Stadtteilbüro. Sie erhielten zunächst eine Einweisung und Schulung. Die Goetheschule, ein zentraler Punkt der Aktivitäten, informierte die Kinder und Eltern gezielt über die Hilfeinseln und ihre Aufgaben. Starthäuschen schrieb die Elternbriefe und gab den Lehrern eine Einweisung.

Es waren in der Mehrzahl kleine Sorgen, welche die Kinder im Laufe des Jahres hatten. Außer dem Gang zu Toilette (250 Mal), haben 51 Kinder auf Eltern oder Verwandte gewartet. Fünfzig Mal war es einfach nur Durst, der die Kinder in die Hilfeinseln führte. 20 Kinder fragten nach Hausaufgabenhilfe, 15 hatten ihren Bus verpasst.

Für Schul- und Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß zeigt das Ergebnis, dass es für die Kinder kein Sicherheitsproblem im Nordend gibt. „Sie wissen aber, wo sie hingehen können, wenn ihnen was fehlt oder sie eine Unterstützung brauchen“, so Weiß. Auch Martin Enz vom Polizeipräsidium Südosthessen ist nicht überrascht, dass ernsthafte Vorkommnisse nicht zu verzeichnen waren: „Es geht aber auch darum, das subjektive Sicherheitsempfinden der Kinder und Eltern zu verbessern.“

Die Starthäuschen GmbH will das Hilfeinsel-Projekt im Nordend gerne fortsetzen und in andere Stadtteile ausweiten. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß verspricht, den Wunsch nach Ausbreitung in einer der nächsten Sitzungen des Präventionsrates erörtern lassen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare