Vielfalt wieder Programm

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Die Mitglieder des Koordinationsteams der Interkulturellen Wochen (von links): Mahshid Najafi ( DGB), Ali Karakale ( AWO), José Madeira-Pires (Caritas), Luigi Masala (Stadt), Reinhold Schäfer (Katholisches Dekanat).

Offenbach - Vor zehn Jahren sei es noch unvorstellbar gewesen, „manche Gruppen an einen Tisch zu bekommen“, erinnert Dekanatsreferent Reinhold Schäfer. Von Stefan Mangold

Umso höher sei es zu bewerten, „wenn wir als Katholische Kirche zusammen mit der Ahmadiyya Muslim Gemeinde und der Mevlana Moschee einen muslimisch-christlichen Dialogabend führen“.

Zu dem soll es am 29. September im Mariensaal an der Krafftstraße 19 kommen - während der 14. Auflage der Interkulturellen Wochen, die vom 20. September bis 8. Oktober dauern. „Frieden und Gerechtigkeit“ lautet dann das Thema auf der Grundlage von Textstellen aus Bibel und Koran. Das Besondere an einer solchen Veranstaltung ist nicht der theologische Austausch zwischen Christen und Muslimen, sondern die Teilnahme unterschiedlicher islamischer Konfessionen. Die Ahmadiyya sehen sich selbst als Verfechter des Islams. In Pakistan, dem Schwerpunktland der Gemeinde, gelten sie aber offiziell als Nicht-Muslime.

„Zusammenhalten - Zukunft gewinnen!“

Auch die „Begegnung griechisch-rumänischer Kultur und Tradition“ am Samstag, 1. Oktober, um 18.30 im Ledermuseum hört sich für den Unbeteiligten nicht nach tradiertem Konfliktstoff an. Schließlich bilden die Länder keine gemeinsame Grenze, was das Führen von Kriegen erschwert. „Zwischen den Kirchen gab es jedoch Streit“, weiß Reinhold Schäfer. Die rumänische und die griechische Orthodoxie seien sich oft nicht grün gewesen.

„Zusammenhalten - Zukunft gewinnen!“, heißt der Slogan der Interkulturellen Wochen. „Es machen nicht immer dieselben Gruppen mit“, sagt Luigi Masala, der Integrationsbeauftragte der Stadt. Manche haben nicht immer all die Kapazitäten, „um sich jedes Jahr voll einzubringen“.

Die politischen Umbrüche der vergangen Monate in arabischen Ländern sind auch in Offenbach Thema. Zu „Krieg oder Frieden - Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens“ referiert der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad, der am Dienstag, 4. Oktober, in der Schlosskirche an der Arthur-Zitscher Straße auch sein gleichnamiges Buch vorstellt. Einen Tag später geht es im Ledermuseum ebenfalls um die Situation in Nordafrika. Um die Frage „Was muss Solidarität hierzulande von Regierenden in Berlin und Brüssel einfordern?“.

Charity Walk und Fotoausstellung

Die Ahmadiyya initiiert den „Zweiten Offenbacher Charity Walk und Run für Kinder“. Den Startschuss gibt OB und Schirmherr Horst Schneider am 25. September um 11 Uhr am Rathaus. Die Spenden gehen an die Jugendfarm in Offenbach und an ein Waisenhaus in Benin.

Armut in Offenbach thematisiert die Caritas am 5. Oktober. Dann zeigen Vertreter der katholischen Organisation ab 15 Uhr am Stadthof „den Warenkorb, mit dem Familien auskommen müssen, die von Sozialhilfe leben“, kündigt José Madeira-Pires an. „Wen ein besonderer Ausschnitt des Lebens in Afghanistan interessiert, dem empfehle ich den Besuch der Fotoausstellung zur dortigen Frauenfußballnationalmannschaft“, sagt Mahshid Najafi vom DGB. Die Vernissage am Freitag, 23. September beginnt um 19 Uhr in der Stadtbibliothek an der Herrnstraße. In der Mevlana Moschee an der Sandgasse wird am 27. September das ständig aktuelle Thema „Jugend und Kriminalität“ um 18 Uhr diskutiert. Zur „Modellregion Integration Offenbach am Main“ spricht am 28. September unter anderem Bürgermeisterin Birgit Simon im Rathaus.

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