Vier Feuer fast gleichzeitig

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Mit 20 eigenen Mannen, 18 aus Frankfurt und 12 aus Mühlheim stemmte die Berufsfeuerwehr die Alarmflut (hier an der Schillerschule). Geschätzter Gesamtschaden: 30 000 Euro.

Offenbach ‐ Als der Alarm in der Rettungsleitstelle gestern Mittag gar nicht mehr aufhören wollte, da sah es kurz so aus, als müsse ein Brandstifter unbedingt eine teuflische Wette gegen die Leistungsfähigkeit der Offenbacher Berufsfeuerwehr gewinnen. Von Marcus Reinsch

Allein: Wohl keiner der vier Brände, die die Retter fast gleichzeitig auf Trab hielten, ist einer Brandstiftung geschuldet. Zumindest keiner absichtlichen. Und sollte doch ein Zündler nachgeholfen haben, hätte er seine Wette verloren - die Wehr behielt einen kühlen Kopf an einem besonders heißen Tag.

12.59 Uhr, erster offizieller Tag der großen Ferien. Ob von den Schillerschülern nach der Zeugnisübergabe am letzten Freitag einer ein „Hurra, hurra die Schule brennt“ gesungen hat, wird ermittlungstaktisch eher keine Rolle spielen. Die Schule brennt jetzt zwar, das heißt: ein kleines Vordach am dritten Stock, aber die Feuerwehr wird später vermelden, dass das Feuer an der Goethestraße einer „Unachtsamkeit beim Abbrennen von Unkraut“ geschuldet war. Und sie wird darauf verweisen, dass das Duell Feuer gegen Wildwuchs bei dieser Wetterlage „ein sehr hohes Gefahrenpotential“ birgt. Für Mensch und für Material. Der Hausmeister muss wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt, das Dach teilweise abgedeckt werden, um alle Glutnester zu finden.

14.07 Uhr - das dritte Feuer

Noch während das passiert, muss in der Leitstelle Michael Eiblmaier vom Direktionsdienst weitere Retter losschicken. In der Senefelderstraße raucht es kräftig. Um 13.16 Uhr bekommt die Feuerwehr Wind von einem brennenden Gasherd in einem Mehrfamilienhaus. Weitere Brandschützer rücken aus, Kollegen der mitalarmierten Berufsfeuerwehr Frankfurt helfen. Sie löschen, unterbrechen die Gaszufuhr, tragen den Herd zum Abkühlen aus der zweiten Etage. Ein Mensch ist leicht verletzt, muss aber nicht in die Klinik. Die Brandursache? Vielleicht ein technischer Defekt; Klärung folgt.

Schon um 14.07 Uhr das dritte Feuer, ein Flächenbrand nahe des Goldockerhofs zwischen Rumpenheim und Mühlheim. Etwa 1 000 Quadratmeter Kornfeld kokeln vor sich hin. Möglicherweise hat wieder mal jemand gedankenlos seine Zigarettenkippe in die Landschaft geworfen. Kann aber auch eine Scherbe gewesen sein, die in der Sonne zum Brennglas wurde. So oder so sind die Flammen schnell besiegt; Mühlheims Freiwillige Feuerwehr hatte es nicht weit und unterstützte die Offenbacher Profis kräftig.

Das war doppelt gut, weil so um 14.33 Uhr ein Mühlheimer Einsatzfahrzeug gleich mit zum vierten Offenbacher Alarm fahren kann. In der Bieberer Straße, neben einer Apotheke, haben Anwohner allerdings schon ganze Arbeit geleistet und das in einer Nische zwischen den Hausnummern 33 und 35 brennende Altpapier gelöscht. Die Wehrleute sind dankbar, schauen nochmal nach dem Rechten. Besser so. Denn bevor der versprochene Regen kommt, ist alles knochentrocken. Da reicht schon ein kleiner Funke, damit es wieder losgeht. Und eigentlich reicht es jetzt mal für einen Tag.

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