Vier Tage für Autos gesperrt

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Das Marktplatzforum, gelobte und geförderte Bürgerbeteiligung, erstreckt sich nicht allein auf den zentralen Platz, sondern umfasst die Bieberer Straße bis zum Wilhelmsplatz.

Offenbach (mk) - Mit dem „Weißbuch Innenstadt“ will das Bundesbauministerium eine öffentliche Diskussion über die Innenstädte und Ortszentren anstoßen. Die nationale Stadtentwicklungspolitik bringt Handelnde und Interessierte zusammen.

Einer der aktuellen „Tatorte“ ist Offenbach, genauer: der Marktplatz. Als „Ermittler“ fungieren Ragna Körby und Tobias Kurtz. Ihr Auftrag: Ideen und Konzepte für eine breite Bürgerbeteiligung entwickeln. In dieser Woche wird ihre Ermittlungsarbeit anschaulich: Die Ideen der Bürger werden von Mittwoch, 23. Mai, bis zum folgenden Samstag umgesetzt –direkt an Ort und Stelle und somit für die zahlreichen Passanten erlebbar. Das Ganze nennt sich Marktplatzwoche.

Ein autofreier Marktplatz wird zwar oft gewünscht, ist aber auch für viele nicht vorstellbar. Es gibt keine eindeutige Antwort darauf, welche Auswirkungen eine solche Veränderung mit sich bringen würde. Um das einschätzen zu können, gibt es eine viertägige autofreie Testphase. Von Mittwoch, 23., bis Samstag, 26. Mai, jeweils 10 bis 22 Uhr, wird der Marktplatz zwischen Berliner Straße und Bieberer Straße für Autos gesperrt. Busse, Taxis und Radfahrer sind nicht betroffen. Für die Anlieger und Passanten bietet die temporäre Sperrung die Möglichkeit, „einen Eindruck von den möglichen Auswirkungen zu gewinnen.“ Was sind positive, was sind negative Effekte? Welche Effekte überwiegen?

Die Markttage sind der dritte Schritt der Bürgerbeteiligung. Durch diese Testphase soll ein klareres Bild entstehen, „welche Maßnahmen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität geeignet erscheinen und welchen Charakter der Marktplatz in Zukunft haben soll“, wirbt die Stadt. Es gibt Mitmach-Aktionen, die mögliche Nutzungen aufzeigen. Ziel von Ragna Körby und Tobias Kurtz ist es, die bislang geäußerten Ideen und Wünsche für die Umgestaltung des Marktplatzes sichtbar zu machen.

Auswertungsworkshop am Freitag, 15. Juni

Aber was passiert konkret in der Marktplatzwoche? Bei der bisherigen Ideenfindung zeichneten sich fünf Schwerpunkte ab: Nutzungsmöglichkeiten, Atmosphäre, Objekte, Begrünung, Verkehr. Die Teilnehmer entwickelten Aktionen, die im besten Fall andere Perspektiven für den Platz eröffnen: Vorurteile können überprüft, neue Qualitäten entdeckt, versteckte Schönheiten aufgespürt und Missstände aufgedeckt werden. Wichtig ist den jungen Stipendiaten: „Jeder kann und soll teilnehmen und sich so in die Diskussion über die Zukunft des Marktplatzes einbringen.“

Eindrücke, Erlebnisse und Wahrnehmungen aus dieser Marktplatzwoche werden im vierten Schritt der Bürgerbeteiligung zusammengetragen und ausgewertet. Reaktionen und Eindrücke werden schon während der Woche gesammelt und dokumentiert. Diese werden in einem Auswertungsworkshop am Freitag, 15. Juni, 18 bis 22 Uhr, im Rathaus (Stadtverordnetensaal) gemeinsam diskutiert. Alle Bürger sind bereits heute eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und „Erkenntnisse, Nutzungskonflikte und Synergien zu einer gemeinsamen Zukunftsvision zusammenzufassen“.

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