Viertelmillion für das Juwel Fanny-de-la-Roche-Hospiz

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Scheckübergabe bei guter Stimmung (von links): Künftige Hospizleiterin Margarete Stirner, Gerhard Schmitt vom Stiftungsvorstand, Stiftungsratsvorsitzender Angelo Stipinovich, Dekan Michael Kunze, Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann, Hausarzt Dr. Eckhard Starke, Chefarzt Dr. Stephan Sahm, Schwester Edelburga, Verwaltungsdirektor Hartmut Gediga und der frühere Chefarzt Prof. Hanns-Peter Nast.

Offenbach - Eine ordentliche Summe genau zum richtigen Zeitpunkt brachte Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann gestern aus dem Bistum Mainz mit: Er überreichte dem Träger des Ketteler-Krankenhauses einen Scheck in Höhe von 250.000 Euro für das im Bau befindliche Fanny-de-la-Roche-Hospiz. Von Fabian El Cheikh

Für die Stiftung Heilig-Geist-Hospital in Bensheim, die Mitgesellschafterin des Katholischen Klinikverbunds Südhessen (KKSH) ist und das Ketteler-Krankenhaus betreibt, ist die finanzielle Unterstützung des Bistums eine höchst willkommene Anerkennung der Leistungen am Offenbacher Standort, der gestern erneut als „Juwelstück“ des Klinikverbunds bezeichnet wurde. Generalvikar Giebelmann dankte der Stiftung für die Initiative, das erste stationäre Hospiz in Stadt und Kreis Offenbach einzurichten. Ein ambitioniertes Projekt, wie alle Beteiligten betonen, das ohne die Spendenbereitschaft von unzähligen Kleinst- und größeren Initiativen, Vereinen und Organisationen im Kreisgebiet nicht zu stemmen wäre.

„Das Hospiz ist eine wichtige Ergänzung im Angebot des Krankenhauses“, sagte Giebelmann, der in der Namensgebung die Fortsetzung einer guten Tradition und dauerhafte Verbindung mit den Schwestern des Krankenhauses sieht. Das Hospiz, Stätte für Todkranke auf ihrem letzten Lebensweg, trägt den Namen einer Weggefährtin von Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler, der 1850 katholischer Bischof von Mainz wurde. Fanny de la Roche war seinerzeit Oberin des Ordens der Schwestern der Göttlichen Vorsehung.

Dringend benötigte Liquiditätsspritze

Für die Stiftung ist die Zuwendung des Bistums die dringend benötigte Liquiditätsspritze, um den Bau direkt neben dem Krankenhaus noch wie geplant im Herbst vollenden zu können. Derzeit wird fleißig gearbeitet am Hospiz, das aus einem Bestandsgebäude und einem Anbau entsteht. Das war zuletzt nicht immer der Fall: Die Arbeiten mussten mehr als ein halbes Jahr unterbrochen werden, nachdem die Kosten gewaltig angestiegen waren und die Stiftung den Vertrag mit dem bisher für Planung, Vergabe und Überwachung zuständigen Architekturbüro gekündigt hatte.

Baukosten betragen rund 2,8 Millionen Euro

Die nun veranschlagten Baukosten betragen rund 2,8 Millionen Euro (ursprünglich 1,7 Millionen). Bislang sind ohne die Bistums-Zuweisung mehr als eine Million Euro an Spenden eingegangen. Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Aktion Mensch mit einer halben Million. Ob es bei den nun bezifferten Kosten bleibt, wagt jedoch niemand zu garantieren: „Der Keller steht unter Wasser, dort muss noch eine bezahlbare Lösung für die Drainage gefunden werden“, erläuterte der Vorsitzende des Stiftungsrats, Pfarrer Angelo Stipinovich, bei einem Rundgang – und bewies Humor: „Der Antrag, hier ein Schwimmbad für die Schwestern einzurichten, wurde vom Bistum abgelehnt.“

Leiten wird das Hospiz die bisherige stellvertetende Pflegedirektorin des Krankenhauses, Margarete Stirner. Sie bietet künftig acht Gästen jeweils ein eigenes klimatisiertes Zimmer, zuzüglich einen Schlafraum für Angehörige, Ruhe- und Gebetsraum sowie Arbeitsbereiche fürs Personal. „Wir werden aber, sobald das Nachbargrundstück frei wird anbauen und weitere Zimmer für die Gäste schaffen“, so Stipinovich, „nur dann ist die Einrichtung wirtschaftlich zu betreiben.“ Ins Krankenhaus selbst will die Stiftung ab kommenden Jahr, unter anderem für eine Geriatrie, weitere 14 bis 16 Millionen Euro investieren.

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