Visitenkarte gestaltet

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Mit dem freien Künstler und Kunstpädagogen Balázs „Bo“ Vesszösi haben Jugendliche viel Arbeit in das Wandbild gesteckt.

Offenbach (mt) - In den Ferien früh aufstehen für den Spray-Workshop: Das kostet Überwindung. Zehn junge Leute haben das auf sich genommen, um am Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum ein Bild zu gestalten.

Dieses steht für Vielfalt, Miteinander von Jung und Alt, Musik, Freiheit, Spaß und Feiern. Es ist „Paulas Visitenkarte“.

Die Ferienaktion hatte eine lange Vorlaufzeit. Im vergangenen Herbst lernten einige Jugendliche den freien Künstler und Kunstpädagogen Balázs „Bo“ Vesszösi kennen. Daraus entstand der Wunsch, mit ihm einen Workshop zu machen. Zuvor gab es indes viel zu organisieren: Der Kirchenvorstand musste überzeugt, Anträge auf Zuschüsse mussten gestellt werden. So kam die Zusammenarbeit mit dem Projekt „Let’s talk about 2012“ des städtischen Jugendkulturbüros zustande.

Im Juni fand ein Grillabend statt, bei dem Gemeindemitglieder Ideen für ein Wandbild sammelten. In der vorletzten Sommerferienwoche begann die künstlerische Arbeit. Ideen fürs Bild waren grob skizziert, 48 Spraydosen gekauft. Eine Dose bedienen zu können scheint einfach. Damit die Farbe aber nicht kleckert oder tropft, braucht es Techniken, die den Jugendlichen an Probewänden gezeigt wurden: Perspektiven sprühen mit Hilfe dunklerer Farben, Umrisse durch Farbabstufungen hervorheben.

Kochen und Diskussionen in den Pausen

Räumliches Denken war gefragt. Für jedes Detail waren zahlreiche Arbeitsschritte nötig. Schablonen mussten ausgeschnitten, Schattenrisse von Personen gemalt, Perspektiven, Figuren und Farbgestaltung besprochen werden. So bevölkert das Schiff „MS Paula“, das auf Wellen voller Musik in die Welt gleitet, unterschiedliche Figuren – feiernde Menschen, nachdenkliche Menschen, Menschen, die in die Ferne blicken und Träume haben.

„Bo war ein wirklich offener und hilfsbereiter Künstler“, meint eine Teilnehmerin. „Ich war am Anfang unsicher, wollte nichts falsch machen. Doch er gab uns das Gefühl, einfach mal machen zu können, eigene Ideen umzusetzen. Denn ,falsch’ gibt es nicht in der Kunst!“

Zwischendurch wurde gekocht, gegessen, diskutiert, gelacht und Musik gehört. Am Ende waren alle ziemlich geschafft, aber sehr zufrieden mit dem schönen Bild.

Gottesdienstbesucher bekamen das Werk bereits vorgestellt. Für heute, 19 Uhr, lädt die Jugendgruppe ins Gemeindezentrum (Lortzingstraße 10) ein, das Bild bei Imbiss und geselligen Gesprächen zu bestaunen.

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