Vivantes leitet das Klinikum

Offenbach (tk) - Vivantes macht’s. Nach Beschluss des Offenbacher Magistrats und Unterzeichnung der entsprechenden Verträge übernimmt der kommunale Berliner Krankenhausverbund für die nächsten sechs Monate die kommissarische Leitung des Klinikums Offenbach.

Der Vertrag mit dem gegenwärtigen Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt ist gegen Abfindung aufgelöst; Schmidt steht aber beratend noch zur Verfügung.

„Management- und krankenhausspezifische Dienstleistungen“ bekommen die fünf von Vivantes abgeordneten Mitarbeiter übertragen. Die Berliner GmbH betreibt alle öffentlichen Krankenhäuser der Hauptstadt und erwirtschaftet mit 4 000 Betten vier Prozent Rendite. In die Schlagzeilen geriet sie jüngst wegen gerichtlich gerügten Umgangs mit einer kritischen Mitarbeiterin.

Die Einschaltung von Vivantes ist eine Notbremse. Offenbachs Klinikum, für 160 Millionen Euro neu gebaut, schafft es entgegen einer lange gehegten Hoffnung nicht, seine laufenden Aufwendungen aus den Einnahmen des Betriebs zu decken. Wenigstes dafür soll Vivantes machbare Wege aufzeigen. Von der zusätzlichen Last der jährlich fälligen 17 Millionen Euro Zinsen und Tilgung für den Neubau redet in diesem Zusammenhang niemand.

Krankenhaus könne nicht von Einzelkämpfer geleitet werden

Stadtkämmerer Michael Beseler, Vorsitzender des Klinik-Aufsichtsrats, sagte gestern, Offenbachs Krankenhaus könne nicht mehr von einem Einzelkämpfer geleitet werden. Vivantes mit seiner Erfahrung im wirklichen Betrieb stünden mehr Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung.

Lesen Sie hierzu auch:

Vivantes soll es richten

Klinikum: Stadt zieht Reißleine

Klinikum ist auch ein Politikum

Es müsse sowohl an der Reduzierung der Kosten gearbeitet werden wie an der Aufgabe, einen größeren Kreis von Patienten zu erreichen. Neben einem Wirtschafts- und einem Liquiditätsplan soll es, auch unter Einbindung der acht Chefärzte, einen Marketingplan geben.

Offiziell formulierte Ziele für Offenbach sind die „dauerhafte Sicherstellung des Versorgungsauftrags und einer qualitativ hochwertigen Krankenversorgung sowie die organisatorische Optimierung des Offenbacher Klinikums zu einem wettbewerbsfähigen Klinikum der Maximalversorgung“.

Der Frage, ob die Berliner nach dem halben Jahr auch als dauerhafte Partner für das Klinikum in Frage kommen, wich Beseler aus: „Ich bin kein Spekulant.“

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare