ADFC stellt Überlegungen zu drei lokalen Fahrradstraßen vor

Vorfahrt für die Radfahrer in Offenbach?

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Neue Wege für den Fahrradverkehr: Mittlerweile gibt es zwölf offizielle Leihstationen (P) in Offenbach, eine weitere ist an der Hafenspitze geplant. Drei sogenannte Fahrradstraßen (–––) sind zumindest angedacht. Der Arbeitskreis „Fahrradinfrastruktur in Offenbach“ hat Vorschläge erarbeitet, von denen nun die am besten geeigneten zur Förderung eingereicht werden können.

Offenbach - Die Radsaison hat begonnen. Und wie jedes Jahr Anfang April wirbt der ADFC für mehr Fairness gegenüber Radfahrern, für effizienteren Schutz gegen Diebstahl und für ein besseres Radwegenetz. Der öffentliche Ort dafür ist der Wilhelmsplatz. Von Johannes Vetter und Martin Kuhn 

Fahrradstraßen sind derzeit das wohl wichtigste Projekt des ADFC Offenbach. Solche Wege privilegieren den Radverkehr besonders. Wie stark, kommt auf die Umsetzung und Bundesmittel an. Hoffnung des Vereins, der sich für die Interessen der Alltags- und Freizeitradler engagiert: drei bis fünf Fahrradstraßen in Offenbach. ADFC-Vorstand Detlev Dieckhöfer erklärt: „Durch zahlreiche Gespräche mit Politikern und der Stadtverwaltung konnten wir die Verantwortlichen überzeugen, sich um diese Förderung zu bewerben. Bei Erfolg werden die eingereichten Projekte, die in den nächsten drei Jahren verwirklicht werden müssen, mit bis zu 90 Prozent bezuschusst. Das Gesamtvolumen kann bis zu fünf Millionen betragen.“

ADFC-Vorstand Detlev Dieckhöfer (links) warb im Gespräch nicht allein für die Initiative „Offenbach fährt fair“.

Seit einigen Monaten arbeitet der ADFC gemeinsam mit den zuständigen Ämtern an den Plänen. Die sehen bislang folgende drei Fahrradstraßen vor: Da ist zunächst die sogenannte Westumfahrung. Auf der Taunusstraße sowie der Luisenstraße hätte der Radverkehr Vorfahrt. Außerdem wäre die Wegedecke dort zu verbessern. Die Unterführung am Hauptbahnhof von der Bismarckstraße zur Marienstraße soll eine Radspur erhalten. Denn stadtauswärts gebe es auf dieser Tangente eine solche bislang nicht, betont Ulrich Lemke vom ADFC. Von dort sollen Radfahrer dann weiter nach Neu-Isenburg radeln können.

Die zweite ausgeguckte Strecke ist die „Zufahrt Süd“. Mit Markierungen und Verkehrsschildern soll die Senefelderstraße zur Fahrradstraße werden. Ebenso wünscht es sich der ADFC für Karlstraße und Tempelseestraße, die dritte, als „Ostumfahrung“ bezeichnete Verbindung. Wo genaue Radrouten in Ost-West-Richtung (Obertshausen und Oberrad) verlaufen könnten, die möglichen Fahrradstraßen vier und fünf, haben die Experten noch nicht abschließend untersucht. Grob kalkuliert sind für die Fahrradstraßen bislang 2,7 Millionen Euro. Realisieren möchte die Stadt das über das Bundesprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“.

Populäre Irrtümer rund ums Radfahren

Das Umweltministerium unterstützt Kommunen mit bis zu 90 Prozent. Per Antrag hat das Stadtparlament dem Projekt bereits grundsätzlich zugestimmt. Eine Bewerbung auf die Gelder des Bundesprogramms soll bis Mitte Mai eingereicht werden. Lemke betont: „Wir wollen das Projekt bis dahin den Bürgern vorstellen.“

Darüber hinaus hat der ADFC am Samstag für Diebstahlschutz geworben. Wolfgang Christian, Vorstand des ADFC, berichtete, in der Stadt würden rund 600 Fahrräder pro Jahr gestohlen. (2016: 570 von der Polizei erfasste Fälle; Aufklärungsquote: 14,9 Prozent. Das sei im Vergleich mit anderen Städten ein durchschnittlicher Wert. Abschreckende Wirkung auf Diebe habe ein spezieller Code am Fahrradrahmen. Diese Fahrradcodierung ist ein von der Polizei entwickeltes und bundesweit angewandtes System, um sein Eigentum vor Verlust zu schützen. Es verweist eindeutig auf den Besitzer des Velos. Der nächste Termin in Offenbach: Sonntag: 30. April, 10 bis 16 Uhr, auf der Fahrradkultur Rhein-Main (Messehallen). Zudem empfohlen: Ein massives Schloss, das nicht mit einem Bolzenschneider durchtrennt werden kann.

Generell spricht sich der ADFC wieder explizit für einen fairen Umgang aller Verkehrsteilnehmer miteinander aus: Der Slogan „Offenbach fährt fair“ ist auch dieses Jahr wieder präsent im Straßenraum, die Kampagne für mehr Respekt vor anderen Verkehrsteilnehmern hat bereits begonnen. Die Position des ADFC zu Fahrradstraßen findet sich unter shuu.de/vdE.

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