Vorläufiges Karriere-Ende

Offenbach ‐ Niko Z. ist jetzt erstmal weg vom Fenster. Jugendstrafanstalt Wiesbaden, Untersuchungshaft bis Montagfrüh, dann 22 Monate reguläre Gefängnisstrafe für fünfmal Raub, zweimal Diebstahl, je einmal Sachbeschädigung und Drogen im vergangenen Jahr. Von Marcus Reinsch

Und vermutlich wird ein Richter demnächst noch ordentlich was drauflegen, während Z. seineStrafe absitzt. Immerhin wird dem 18-Jährigen seit seiner gestrigen Festnahme auch noch ein Dutzend Einbrüche in Offenbacher Innenstadt-Läden im Februar dieses Jahres vorgeworfen.

Der Name Niko Z. ist zwar frei erfunden; die Polizei gibt die Identität geschnappter Krimineller nicht preis. Aber der Typ ist real. Ebenso wie sein längst zu Kleinholz zerhäckseltes Kerbholz.

Schon 2008 hatte Z. ein Jahr und sechs Monate Jugendstrafe wegen „unbefugtem Gebrauch eines Kraftfahrzeugs“ und Unfallflucht kassiert. Hinter Gitter musste er aber nicht, er bekam Bewährung. Die war bemerkenswerterweise auch dann nicht hinüber, als er 2009 wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, erschwertem Diebstahl und Nötigung zu einem weiteren Jahr Jugendstrafe verurteilt wurde. Es gab erneut Bewährung.

Galgenfrist für zwölf Einbrüche genutzt

Erst als er wieder erwischt wurde, rückte er ein, wie der Gang ins Gefängnis genannt wird. Die zwei Monate Untersuchungshaft im Frühjahr vergangenen Jahres - diesmal ging es um Einbruchdiebstahl - saß er allerdings offensichtlich ohne tiefere Gedanken über sein Leben ab.

Denn kaum war er wieder auf der Straße, geriet er wieder ins Visier der Ermittler des für sogenannte MIT - Mehrfach- und Intensivtäter - zuständigen Kommissariats 35 der Offenbacher Kriminalpolizei. Für Raub, Diebstahl, Sachbeschädigung, einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und die Missachtung bisheriger Bewährungschancen bekam er im Januar dieses Jahres besagte 22 Monate aufgebrummt. Antreten sollte er diese Strafe am Montag nächster Woche.

Dass er sich die Fahrt nach Wiesbaden nun sparen kann, weil er seit gestern nicht mehr den Ort, sondern nur noch den Häftlingsstatus wird wechseln müssen, ist dem konkreten Verdacht geschuldet, dass er seine Galgenfrist bis zum Einrücken wohl genutzt hat, um in mindestens zwölf Geschäfte im Offenbacher Zentrum einzubrechen.

Rubriklistenbild: © pixelio.de/Paul-Georg Meister

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