Vorteile ambulanter Versorgung

Fachärzte Rhein-Main und Praxisklinik öffnen Türen

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Schnelltests etwa zu den Blutzucker- oder Cholesterinwerten waren bei den Besuchern gefragt. Die Fachärzte Rhein-Main und die Praxisklinik im KOMM informierten unter Beteiligung weiterer Gesundheitspartner beim ersten Tag der offenen Tür über das Leistungsspektrum. -

Offenbach - Die Fachärzte Rhein-Main und die Praxisklinik im Offenbacher KOMM-Center haben unter Beteiligung weiterer Gesundheitspartner interessiertem Publikum Gelegenheit gegeben, beim ersten Tag der offenen Tür mehr über das Leistungsspektrum dieser Gemeinschaftseinrichtung zu erfahren. Von Harald H. Richter 

Auch über die Behandlung von Venenleiden wurde informiert.

Dass Konrad P. wenige Stunden nach erfolgtem chirurgischen Eingriff nach Hause gehen kann, liegt an hochmodernen Narkoseverfahren und schonenderen Operationstechniken. Der 44-Jährige aus dem Landkreis Offenbach gehört zu rund 250.000 Menschen in Deutschland, die jedes Jahr aufgrund der Diagnose Leistenbruch operiert werden. Er hat sich diesem Eingriff in der Praxisklinik im KOMM-Center unterzogen und nicht etwa im Krankenhaus.
Dort hätte er etwa zwei bis drei Tage zubringen müssen. „Einen zur Aufnahme, einen für die Operation und mindestens einen zum Beobachten“, sagt Dr. Peter Appel, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie. So aber konnte der Patient sich bereits am Nachmittag auf dem eigenen Sofa erholen, eine Notfallnummer und mitgegebene Schmerzmittel griffbereit. Auch sei die Infektionsgefahr reduziert worden, da der Patient nicht der Gefahr von Krankenhauskeimen ausgesetzt war.

Appel gehört zum Fachärzte- und Anästhesieteam Rhein-Main, dem Netzwerk der Seligenstädter Emma-Klinik, das seit November 2016 im dritten Obergeschoss des Gebäudekomplexes am Aliceplatz in Offenbach eine Praxisklinik für verschiedene ambulante Eingriffe betreibt. Im Stockwerk darüber befinden sich mehrere Behandlungsräume. Die ausgewiesenen Experten sind unter anderem auf den Gebieten Hand-, Fuß-, Unfall- und Orthopädische Chirurgie spezialisiert. Am Standort Offenbach werden jährlich etwa 3000 ambulante Operationen vorgenommen. „Mit denen in Seligenstadt und Groß-Gerau summiert sich das auf mittlerweile über 10 000 Eingriffe“, ergänzt Anästhesiologie und Intensivmediziner Dr. Christopher Heinbuch.

Immer mehr Patienten wüssten die Vorteile des Prinzips „Ambulant statt stationär“ zu schätzen. Durch die schnellere Mobilisierung sinke zum Beispiel das Risiko einer Thrombose oder Embolie. Regelmäßiges Zufriedenheitsmonitoring bescheinige der Praxisklinik und den beteiligten Fachärzten beste Noten seitens der Patienten.

Es ist das erste Mal, dass die Einrichtung interessiertem Publikum Gelegenheit gibt, sich umzuschauen und mehr über ambulante Operationen zu erfahren. Neben Rundgängen durch die OP- und Praxisräume sowie das physiotherapeutische Reha- und Gesundheitszentrum wird von kostenlosen Blutzucker- und Cholesterin-Schnelltests sowie Blutdruck- und Venenmessungen Gebrauch gemacht. Zudem dürfen Besucher selbst Hand anlegen und ihre OP-Geschicklichkeit am Kunststoffmodell einer Bauchhöhle testen.

Partner an diesem Tag der offenen Tür sind die Apotheke im KOMM, die Zahnarztpraxis Optident von Claudia Enke, die über die Volkskrankheit Parodontitis informiert, das Theraneum sowie das Sanitätshaus Schneider & Piecha.

Starker Andrang herrscht bei den Vorträgen zu verschiedenen Themengebieten. So erläutert Ralf Dörrhöfer moderne Operationsverfahren. Er ist seit rund 20 Jahren chirurgisch tätig. Das Einsetzen von Hüft- und Kniegelenken gehört zu seinem Spezialgebiet. Der erfahrene Gefäßchirurg Andreas B. Schmidt wiederum zeigt Möglichkeiten der Behandlung von Venenleiden auf und gibt Auskunft etwa über die Beseitigung von Besenreisern durch Verödung.

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In den Aufbau und die Entwicklung des Kooperationsprojekts wurden bislang rund 1,2 Millionen investiert. „Vieles davon sieht man aber gar nicht“, sagt Dr. Appel. So verfügt der Operationssaal über Reinraum-Lüftungstechnik mit mehrfach gefilterter Luft, eine Spezialkühlungsanlage sowie eine Endoskopie-Abteilung. Zudem sei man autark in der Stromversorgung und könne selbst bei einem Totalausfall des Netzes eine begonnene Operation problemlos zu Ende führen. Über die Spezialausstattung hinaus gibt es eine Ruhezone mit mehreren Betten für die Patienten, die wenig später entlassen werden.

Auch Konrad P. hat die Annehmlichkeiten der Praxisklinik genossen – inklusive einer Tasse Kaffee noch im Aufwachraum.

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