Offenbacher Wald

In guter Absicht verwüstet

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Revierförster Viktor Soltysiak informiert mit Aushängen über die Arbeiten im Amerikawäldchen. - Foto: bg

Offenbach - Spazierengehen im Offenbacher Wald ist derzeit kein reines Freizeitvergnügen. Radfahren schon gar nicht. Leser Norbert Schniotalla beklagt teilweise katastrophale Zustände der Waldwege, etwa jenes mit der Bezeichnung „M“ zwischen der Waldstraße und Bieber. Von Thomas Kirstein 

„Nahe dem Waldeck in Bieber sollte für Spaziergänger Wanderschuh- und für Radfahrer Helmpflicht gelten“, empfiehlt Ralf Ratayczak: Die Wege sind derartig uneben und teils scharfkantig gefroren, dass sie gemieden werden und somit neue Trampelpfade auf dem benachbarten Äckern entstehen.

Die beklagten Zustände sind nun nicht einer Vernachlässigung anzulasten. Tatsächlich sind sie Resultat von Bemühungen um Verbesserung, sozusagen Kollateralschäden bester forstwirtschaftlicher Absicht: „Derzeit werden im Offenbacher Stadtwald Pflegemaßnahmen am Waldbestand durchgeführt“, erläutert das zuständige Forstamt Langen. Dabei handelt es sich, auch wenn es für unbedarfte Passanten anders wirkt, um Verkehrssicherungsarbeiten. So werden etwa im sogenannten Amerikawäldchen entlang angrenzender Straßen (Heusenstammer Weg, Hölderlinstraße, Obere Grenzstraße und Brunnenweg) und an geschotterten Waldwegen Bäume gefällt, die krank oder instabil sind und durch herabfallende Äste eine Gefahr für den Verkehr oder die Waldbesucher darstellen. Innerhalb des Waldbestands werden zusätzlich einige Bäume gefällt, um dem Wald die Verjüngung zu erleichtern. Tätig sind dort die Waldarbeiter der Stadt Offenbach mit ihrem Forstschlepper.

Sperrungen geschotterter Waldwege

Das Amerikawäldchen ist sehr stark von Besuchern frequentiert. Durch seine Bäume schlängeln sich zahlreiche Trampelpfade, die jedoch nicht vom Forstbetrieb offengehalten und gesichert werden. Im Zuge der Arbeiten kommt es zu kurzfristigen Sperrungen geschotterter Waldwege. Die Markierungen sollten auf keinen Fall überschritten und die angrenzenden Bestände auf keinen Fall betreten werden: Es besteht Lebensgefahr. Heute und morgen ist der Heusenstammer Weg zwischen Brunnenweg und Hölderlinstraße jeweils von 9 bis 15 Uhr für den Verkehr gesperrt.

Wie nach einer Panzerübung wirken Offenbacher Waldwege, wo das Forstamt Baumstämme rücken lässt.

Nach der Fällung wird das Holz an die geschotterten Waldwege gezogen. Das kann sich bei sehr nassen Bodenverhältnisse verzögern. wenn es die die Witterung erlaubt, nimmt eine Fremdfirma die Arbeit auf. „Dabei kann es leider vorkommen, dass die geschotterten Wege in Mitleidenschaft gezogen werden“, bedauert das Forstamt. Im Anschluss an die Holzabfuhr werden die Waldwege instandgesetzt und stehen dann wieder uneingeschränkt zur Freizeitnutzung zur Verfügung. Bis dahin bittet das Forstamt Langen um Verständnis.

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