Waldschwimmbad

Winteröffnung in Vorbereitung

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Offenbach - Finanzielle Hemmungen beim Sprung vom Startblock: Dem Magistrat liegt ein Antrag auf Winteröffnung des Waldschwimmbads vor. Die genaue Prüfung durch das Revisionsamt schluckt jedoch Zeit, ein Beschlusstermin ist (noch) nicht abzusehen. Von Eva-Maria Lill 

Leidenschaftlichen Hobby-Kraulern bleibt im Offenbacher Winter bisher nur ein Satz in die heimische Wanne. Denn seit Januar vergangenen Jahres steht fest: Das einzige hiesige Schwimmbad ist im Winter bloß für Schulklassen und EOSC-Vereinsmitglieder geöffnet. Die finanzielle Lage der Stadt erlaubt nicht, das Bad auf der Rosenhöhe über die Zuteilung hinaus zu bezuschussen. Ein Publikumsbetrieb in der kalten Monaten wäre mit den jährlichen Geldern in Höhe von 493.000 Euro nicht zu stemmen.

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Ende September dann unerwartet Hoffnung: „Wir könnten, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen, wieder in den Wintermonaten öffnen. Das würde der Stadt sicher gut tun“, verrät EOSC-Chef Matthias Wörner. Woher der plötzliche Optimismus? Wörner klärt auf: Aufgrund personeller Umstrukturierungen wäre es dem größten Sportverein Offenbachs möglich, mit den haftungsrechtlich erforderlichen Fachkräften das Bad für alle zu öffnen. Trotzdem wartet der EOSC-Boss zunächst auf ein Signal aus der Politik. Denn der im Januar 2013 festgeklopfte Vertrag sollte eigentlich erst 2015 wieder auf den Prüfstand. Eine vorzeitige Anpassung ist nicht vorgesehen.

Hilfe kommt von der SPD: Sie legt dem Magistrat Ende September eine Anfrage vor. „Schon in der Sitzung am 2. Oktober könnte mittels eines Dringlichkeitsantrags beschlossen werden, dass es dem EOSC freigestellt ist, gemäß seiner finanziellen Situation auch in den Wintermonaten für alle zu öffnen“, so die sozialdemokratische Stadtverordnete Ulla Peppler.

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Nur: Ein solcher Antrag fand sich nicht auf der Tagesordnung des Parlaments. Warum ? „Wir haben der Situation einen sanften Tritt verpasst. Jetzt ist es am Revisionsamt, die finanzielle Lage zu überprüfen. Denn es muss hundertprozentig gesichert sein, dass die Stadtkasse nicht zusätzlich belastet wird“, verdeutlicht Peppler. Die Anpassung des Vertrags sei jedoch kein Problem: „Die Lösung muss flexibel genug sein, um im Fall einer veränderten Lage handlungsfähig zu bleiben.“

Auch Manfred Ginder vom Sportamt bestätigt: „Einen genauen Termin für die Entscheidung kann ich nicht nennen. Wir bereiten gerade die Formalien vor, um nach dem Okay des Revisionsamts schnellstmöglich reagieren zu können. Dann fällt hoffentlich ein Dominostein nach dem anderen, und der Winteröffnung steht nichts mehr im Wege.“

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