Wann kommen die Investoren?

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Mit Blick auf die Frankfurter Skyline: Das geplante Hafenviertel.

Offenbach - Für das geplante Stadtquartier am Hafen mit einer Fläche von 256.000 Quadratmetern rühren die Planer kräftig die Werbetrommel. Laut Oberbürgermeister Horst Schneider soll auf dem Hafengelände ein neuer Anziehungspunkt der Stadt geschaffen werden. Von Alexander Kroh

Dieser soll zum Flanieren am Main, Feiern, Ausgehen und Einkaufen einladen. Diesen Wunsch hegt auch Daniela Matha, Geschäftsführerin der Mainviertel GmbH, die für die Planung des Gebiets verantwortlich zeichnet: „Wir wollen das komplette urbane Leben abbilden“, sagt Matha. Das heißt: ein bunter heterogener Mix aus Wohnraum, Bürogebäuden, Gastronomie und Ärzten.

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Aber auch Bars und Nachtclubs könne man sich vorstellen. Im Zentrum von alledem soll eine große Freitreppe vom Flussbecken zum weitläufigen Hafenplatz führen. Diese will die Mainviertel GmbH selbst bauen, doch für den Rest braucht sie Investoren. Konkrete Bauvorhaben können darum bislang lediglich angedacht, aber erst nach Rücksprache mit besagten Investoren realisiert werden.

„Sehr konkrete Gespräche“ mit einem Investor

Was die Suche nach Geldgebern betrifft, zeigt sich Matha optimistisch. Ende des Monats sollen erste Verträge geschlossen werden. Mit einem Investor gebe es bereits „sehr konkrete Gespräche“. Weitere sollen folgen. Probleme bei der Investorensuche erwartet Matha nicht, schließlich werde das geplante Hafenquartier ein lebenswertes Viertel und von der Lage her mit dem Blick auf die Mainmetropole sehr attraktiv.

Nicht überall wird diese positive Grundstimmung geteilt. CDU-Stadtverordneter und Bauingenieur Dominik Mangelmann ist skeptisch, was die Existenz von privaten Investoren betrifft. Bislang habe man in der ABG Frankfurt Holding, der Stadt Offenbach und dem Land nur öffentliche, beziehungsweise überwiegend öffentliche Investoren gefunden. Von privaten Geldgebern fehle bislang jede Spur.

Ausschreibungs-Annullierung im Internet sorgt für Irritationen

Für Irritationen im Zusammenhang mit dem Hafenviertel im Allgemeinen und dem geplanten Bau einer städtischen Grundschule mitsamt Kita im Speziellen, sorgte kürzlich ein Newsletter des Internetdienstes www.competitionline.com, einer Plattform für Architektur- und Ingenieur-Wettbewerbe. In diesem finden sich drei Vermerke, dass Ausschreibungen für den Neubau der Grundschule annulliert wurden. Steht der Bau womöglich auf der Kippe?

Die Mainviertel GmbH verneint. Mit dem Bau der Grundschule werde, so Matha, im nächsten Jahr begonnen. 2014 soll der Neubau dann stehen.

Anna Heep, Leiterin des Bereichs Hochbaumanagement, gibt ebenfalls Entwarnung. Der Bau sei keineswegs gefährdet. Grund für die Annullierungen seien lediglich formale Fehler im Ausschreibungstext. Dieser sei nämlich nicht rechtssicher gewesen. Bei besagten Ausschreibungen ging es konkret um bestimmte „Fachplanerleistungen“, um Statik beziehungsweise Tragwerksplanung sowie technische Gebäudeausrüstung (Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro). Der Text wird nun entsprechend abgeändert und die Planerleistungen neu ausgeschrieben.

Keine Gefahr also, für Schule und Kita. Wohl aber für das gesamte Hafen-Projekt, wenn die Investorensuche keine Früchte tragen sollte.

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