Wann müssen die Rentner Steuern zahlen?

Offenbach - (ku) Seit 2005 ist die Besteuerung gesetzlicher Renten neu geregelt. Seither sind Alterseinkünfte mit mindestens 50 Prozent zu versteuern. Zuvor wurde die Steuer von einem geringeren Ertragsanteil der Rente berechnet. Bis zum Jahr 2040 steigt der steuerpflichtige Anteil bis auf 100 Prozent. Ob und wie viel Steuer gezahlt werden muss, hängt allerdings vom Einzelfall ab.

Private Vorsorge unterstützt dabei jeden, wenn nicht Einkommenslücken zu schließen, so doch zu mindern.

Was hat sich für Rentner geändert? Was verbirgt sich hinter Riester-Angeboten? Worauf sollten Frauen bei ihrer privaten Vorsorge achten? Welche Modelle der Vorsorge gibt es?

Diese und weitere Fragen beantworten Experten bei einer kostenlosen Telefonaktion für die Leser unserer Zeitung am Donnerstag in der Zeit von 16 bis 18 Uhr. Am Telefon: Gaby Rondik, Diplom-Ökonomin, Steuerberaterin (069/85008279); Christopher Albrecht, Vorsorgespezialist, HUK-Coburg (069/85008280); Michael Grunert, Deutsche Rentenversicherung Hessen (069/85008281)

Hinter der neu geregelten Steuer für Rentner verbirgt sich folgendes: Ganz egal, ob die Rente vor 2005 gezahlt wurde oder danach. Seither gilt, dass die Rente mindestens zu 50 Prozent zu versteuern ist. Abhängig vom Rentenbeginn erhöht sich der zu versteuernde Anteil anfangs bis 2020 um jeweils zwei Prozent, anschließend bis zum Jahr 2040 jährlich um ein Prozent. Ab diesem Zeitpunkt wird die gesamte Rente bei dem Einkommen, von dem Steuer zu zahlen ist, berücksichtigt. Im Gegenzug können die Beiträge wie die zur gesetzlichen Rentenversicherung als Sonderausgaben abgezogen werden. Bis 2025 sind es maximal 20 000 Euro für Singles; für Ehepaare gilt das Doppelte.

Ein Beispiel: Für jemanden, der in 2009 Rente erhält, bedeutet die neue Regelung, dass von 58 Prozent seiner Rente Steuern fällig werden. Von den Beiträgen, die zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen sind, erkennt der Fiskus 68 Prozent, maximal 13 600 Euro (Ehepaare 27 200 Euro), als Abzugsbetrag an.

Zukünftig werden voraussichtlich mehr Rentner Steuern zahlen müssen. Zwar gibt es Freibeträge, die das steuerpflichtige Einkommen schmälern. Weitere Einnahmen wie Betriebsrenten und Mieteinnahmen sind jedoch anzurechnen. Steuern werden allerdings nur dann fällig, wenn dieses Gesamteinkommen höher ist als das Existenzminimum in Höhe von jährlich 7 834 Euro bei Ledigen. Für Verheiratete gilt das Doppelte. Anderenfalls fällt keine Steuer an.

Bei der Altersvorsorge sind Frauen oft schlechter gestellt als Männer. Sie arbeiten häufig für weniger Geld und zahlen aufgrund von Familienphasen kürzer in die Rentenversicherung ein. Teilzeitbeschäftigungen mindern ihr Einkommen und damit die Grundlage für die spätere Rente. Für Frauen ist es daher besonders wichtig, privat vorzusorgen. Eine Riester-Rente beispielsweise kann für sie geeigneter sein als eine private Rentenversicherung ohne Förderung.

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