Warnung vor islamistischen Missionaren

Offenbach (re) ‐ „Lies!“ - unter diesem einfachen Motto wollen Islamisten um den Kölner Geschäftsmann Ibrahim Abou Nagie in ganz Deutschland 25 Millionen Exemplare des Koran kostenlos verteilen und möglichst viele Menschen zu der Religion bekehren.

Auch in der Offenbacher Innenstadt sind die Islam-Missionare mit Partyzelten und Tapziertischen aktiv. Der hessische Verfassungsschutz ist in Sorge und warnt vor dem Koran-Verteilprojekt der radikalen Muslime, die zur Strömung der Salafisten gehören. Der Salafismus gilt als Sprungbrett und Vorstufe zum islamischen Terrorismus.

Roland Desch, Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz, sagte zur „Welt“, an den Info-Ständen werde jungen Menschen mit wenig gefestigter Persönlichkeit „ein sehr einfaches Weltbild“ suggeriert, in dem alle Regelungen des privaten und öffentlichen Lebens aus der Scharia, dem islamischen Rechtssystem, abgeleitet würden. Grundgesetz und freiheitlich demokratische Grundordnung hätten keinen Platz mehr.

Wichtigste Zielgruppe der Salafisten

Wichtigste Zielgruppe der Salafisten seien junge Muslime und Konvertiten. Offenbach, mit seinem hohen Ausländeranteil und dem ebenfalls hohen Anteil Deutscher mit Migrationshintergrund, scheint ein idealer Ort für die Rekrutierung junger Islam-Kämpfer zu sein. Zudem hat sich das Rhein-Main-Gebiet in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum der Salafisten-Szene entwickelt.

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Genau hinschauen

Am Ostersamstag waren drei islamische Organisationen und Privatleute mit Ständen in Offenbachs Innenstadt vertreten. Dabei haben eine Privatperson und der „Internationale Jugendverein e.V.“ kostenlose Koran-Exemplare verteilt. Hinter dem Jugendverein verbirgt sich „Dawaffm“, ein islamistisches Missionierungsnetzwerk aus Frankfurt, auf dessen Internetseiten sich etwa der Flughafen-Attentäter Arid Uka radikalisiert haben soll. Gegen den Verein läuft derzeit ein Verbotsverfahren.

Polizei und städtisches Ordnungsamt, das die Stände genehmigt, haben trotz der Warnungen des Verfassungsschutzes wenig Spielraum für Verbote. Ein Mitarbeiter der Behörde sagte jedoch, dass man das weitere Vorgehen prüfen werde. Für diesen Samstag haben die Salafisten nämlich erneut Info-Stände in Offenbach angemeldet.

Rubriklistenbild: © dpa

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