Warten aufs Umbau-Rezept

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Kommt bald der Durchbruch ? Markthaus-Wirt Jörg Münch zeigt auf die Wand, die der geplanten Erweiterung weichen muss.

Offenbach ‐ Ein marodes städtisches Bauwerk mit hohem Identifikationsfaktor, eine Politik, die sich auf einen Zick-Zack-Kurs begeben hat, und Restaurantbetreiber, denen die Entwicklung nicht mehr schmeckt. Das Markthäuschen, Wahrzeichen des Wilhelmsplatzes, ist derzeit ein Zankapfel. Von Matthias Dahmer

Dabei hat alles so harmonisch angefangen: Weil die fast 100 Jahre alte Immobilie dringend saniert gehört, die Wirts-Brüder Jörg und Eric Münch schon lange Erweiterungspläne für ihr „Markthaus am Wilhelmsplatz“ hegen und der Platz ohnehin umgebaut wird, sollte in der Dezember-Sitzung des Stadtparlaments der Startschuss fallen. Für die Trockenlegung des extrem feuchten Kellers und die Erweiterung der Gaststätte. Der nur 48 Quadratmeter große Raum wird nach den Plänen um 17 bis 18 Quadratmeter vergrößert, was 18 bis 20 Plätze zusätzlich bringt. Dafür wandert der Marktmeister mit seinem Büro in den Keller, ist für die unmittelbar angrenzenden öffentlichen Toiletten nur noch halb so viel Platz.

Satte 663.000 Euro stehen als Umbaukosten im noch nicht genehmigten Nachtragshaushalt und in der Magistratsvorlage. 496.000 Euro davon sind alleine für den Keller vorgesehen. Ein Betrag, der dem Bürger im finanziell gebeutelten Offenbach nicht zu vermitteln ist, meint der SPD-Stadtverordnete Peter Janat. Auf seine Bedenken hin verschob das Parlament im November die Markthäuschen-Entscheidung. Sie soll nun Anfang Februar fallen.

Keine Steine mehr in den Weg legen

In diese Zeit, so hatten es die Wirte Münch im Glauben an die Berechenbarkeit politischer Entscheidung eigentlich geplant, sollte die für den Umbau notwendige Schließung des Betriebs gelegt werden. Daraus wird jetzt nichts mehr werden. „Wir bekommen bislang keine klaren Antworten, haben keine Planungssicherheit, und unsere Kundschaft fragt, wann endlich etwas passiert“, sagt Jörg Münch. Zumindest oberirdisch, so sein Vorschlag, könnte man doch loslegen.

Den Erweiterungsplänen der Gastwirte sollen nun auch keine Steine mehr in den Weg gelegt werden, verspricht Janat. Er geht davon aus, dass die Vorlage vom November „mit Änderungen“ am 4. Februar beschlossen wird. Konkreter will er noch nicht werden, weil das letze Wort vor der Parlamentsentscheidung der Magistrat hat.

Im Keller der Gaststätte ist Feuchtigkeit schon lange ein Problem. Die Räume können nur noch zur Lagerung von Flaschen genutzt werden.

Bei den angedeuteten Änderungen könnte es darauf hinauslaufen, dass die Erweiterung der Gaststätte in Angriff genommen und auf die teure Sanierung des Kellers zunächst verzichtet wird. Er wäre auch in seinem jetzigen Zustand als Lagerraum zu nutzen. Die derzeit dort untergebrachten Klos des Restaurants würde man nach oben verlegen, ein Büro für den Marktmeister sei ohnehin verzichtbar, heißt es.
Heikelstes Vorhaben im Planspiel, aber eine unabdingbare Voraussetzung ist die Verlagerung der an Markttagen rege genutzten öffentlichen Toiletten. Die Befürworter solcher Überlegungen schlagen die Installation eines stillen Örtchens entweder an anderer Stelle auf dem Wilhelmsplatz oder in zumutbarer Entfernung vor.

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