Warten auf Unterschriften

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Der Baggerbiss für die runde Anbindung ist längst getan. Wo der künftige Mainzer Ring in die Rumpenheimer Straße mündet, entsteht ein Kreisel.

Bürgel - Ein Blick zurück relativiert die einstigen Prognosen: „Fürs Baugebiet Bürgel-Ost wird ein Umlegungsverfahren mit den 49 Eigentümern begonnen (. . .) Von Martin Kuhn

Wenn Ende 2006 der nördliche Abschnitt des Mainzer Rings gebaut ist, fügt sich die Anbindung des eigentlichen Baugebiets an. “ Das berichtete ein Kollege im Juli 2004. Heute zeigt sich ein anderes Bild. Arbeiter verlegen am Samstagnachmittag Gehwegplatten. Der Skater nutzt das jungfräuliche Bitumen für kleine Kunststücke. Südländer eröffnen die Saison im Schrebergarten. Der Großvater gräbt die Erde um, der Vater grillt das Fleisch, der Sohn bolzt den Ball. Was sie eint: Sie alle wohnen nicht im Gebiet Bürgel-Ost. Ist auch schlecht möglich. Die Grundstücke sind noch nicht einmal erschlossen.

„Viele wollen verkaufen“

Beauftragt damit ist die Entwicklung Erschließung Gebäudemanagement GmbH (EEG). Deren Geschäftsführer Reinhard Hantl bestätigt, was rund um den Dalles kein Geheimnis mehr ist: Es gibt zwei, drei Problemfälle. Die bringen die gesamte Erschließung zum Stocken. „Für eine privatrechtliche Erschließung wie in Bürgel-Ost müssen alle Beteiligten zustimmen und unterschreiben“, sagt Hantl, der jedoch betont: „Der Bebauungsplan ist rechtskräftig, die Umlegung ist durch.“ Einen großen Handlungsdruck verspürt er auf der EEG nicht, da offensichtlich wenige Häuslebauer unter den Bürgeler Grundbesitzern sind: „Viele wollen verkaufen.“

Das bestätigt zumindest der eine oder andere Klick im Internet: Auf einschlägigen Immobilien-Seiten ist unter anderem ein gut 370 m² großes Bürgeler Grundstück im Angebot. Empfohlene Nutzung: Reihenhaus. Im weltweiten Netz erfährt der Suchende weitere Details: „Die Erschließungskosten von zirka 15.000 Euro sind zusätzlich vom Käufer zu tragen. Der Zeitpunkt des möglichen Baubeginns kann ausschließlich über die zuständige Baubehörde in Offenbach abgefragt werden. Momentan geht man dort von der Baufreigabe im Jahr 2010 aus.“

Verbindung zwischen Bürgel und Rumpenheim halbseitig gesperrt

Die zugewachsenen und verwilderten Flächen in Bürgel-Ost künden davon, dass es damit so schnell nichts wird. Weiter, auch wenn zeitlich ebenfalls verzögert, ist die Stadt mit dem Ausbau des Mainzer Rings. Hans-Joachim Bier-Kruse, Leiter des Bereichs Verkehrsplanung und Stadtgestaltung, rechnet damit, dass der erste Abschnitt zwischen Karl-Herdt-Weg und Rumpenheimer Straße im kommenden Juli für den Verkehr freigegeben wird. „Dann ist der endgültige Ausbau noch nicht beendet. Auf jeden Fall fehlt noch die Bepflanzung.“

Dass sich etwas tut am Mainzer Ring, registrieren Autofahrer seit einigen Tagen. Die Kreuzung Rumpenheimer Straße / Anhalter Straße wird als Kreisel ausgebaut. Daher ist die Verbindung zwischen Bürgel und Rumpenheim bis zum 13. Mai halbseitig gesperrt, Ampeln regeln den Verkehr. Die Anhalter Straße ist so lange Einbahnstraße, die Bushaltestelle in Richtung Innenstadt aus dem Baufeld verlegt. So erhält Offenbach, wie in vielen Kreisgemeinden bereits praktiziert, einen Kreisel zur Verkehrssteuerung. Daher verzichtet die Kommune auch auf dem künftigen Mainzer Ring auf Ampelkreuzungen, was zunächst zur Diskussion stand, und baut Kreisel. Die sind billiger und es wird weniger Boden versiegelt.

Was fehlt, ist der Ausbau des bestehenden und inzwischen arg ramponierten Teilstücks zwischen Karl-Herdt-Weg und Kettelerstraße. Da wartet die Stadt auf einen weiteren Zuschussbescheid des Landes. Ohne die Gelder aus Wiesbaden wäre die 1,6 Kilometer lange und 13 Millionen Euro teute Umfahrung nicht möglich gewesen. Und was wird mit der Anbindung an die Mainstraße? „Da ist noch nichts konkretisiert“, sagt der Stadtplaner. Bedeutet: Eine Entscheidung darüber obliegt den noch zu bildenden Mehrheiten im Parlament.

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