Wildbahn am Waldrand

Waschbären: Nächtliche Terrassengäste

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Von der Familie H. dokumentiert: Eine Waschbärenbande inspiziert die Terrasse auf dem Grundstück am Offenbacher Waldrand – es könnte ja tagsüber (absichtlich) etwas Essbares wie Knäckebrot oder Kekse liegen geblieben sein. Auch ein Fuchs geht dort ein und aus.

Offenbach - Wie groß Offenbachs Waschbär-Population inzwischen ist, lässt sich nicht sagen. Dass sie sich in dieser Großstadt aber wohlfühlen und vermehren, können Forst- und Umweltamt bestätigen. Von Thomas Kirstein 

Ein besonders beliebter Lebensraum für die marderartigen Einwanderer soll der Stadtteil Tempelsee sein. Die Familie H. wohnt am Waldrand und kann reges „Wildlife“ auf ihrer Terrasse dokumentieren. Eine automatische Kamera hängt in einem Baum und knipst nächtliche Besucher. Dazu gehört ein Fuchs, den es auf der Suche nach Nahrung in die Nähe menschlicher Behausungen treibt – ins umzäunte Grundstück der H.s führen gebuddelte Gänge. Ist Meister Reineke als Einzelgänger aufgefallen, so kommen die Waschbären als Bande daher. Wie die Aufnahmen belegen, sind die Tiere ausgesprochen neugierig und beschnüffeln alles, was sie erreichen. Und richten bisweilen gehöriges Durcheinander an, aber keine nennenswerten Schäden.

Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach berichtet, dass ihrer Behörde 2006 erste Beobachtungen von Waschbären gemeldet wurden. Ob sie aus Nordhessen, wo die nordamerikanischen Pelztiere 1934 zu Jagdzwecken ausgesetzt wurden, eingewandert sind, oder ob sie aus einem privaten Gehege in der Nähe ausbüxen konnten, bleibt ein Rätsel.

Diese Tierarten sind nach Deutschland eingewandert

„Der Kleinbär hat keine natürlichen Feinde mehr, ist anpassungsfähig und sehr geschickt. Er öffnet problemlos Mülltonnen und sogar Kühlschränke in Wohnzelten“, weiß man im Offenbacher Stadthaus. Dort ist man sicher, dass sich der vierbeinige Migrant auf Dauer fest in der hiesigen Fauna etablieren wird: Er wird sich wohl weiter bei uns ausbreiten. Und das ist kein Problem – auch wenn sich der Waschbär unter anderem von Vogeleiern ernährt. „Die heimischen Tierarten halten das aus“, hat Amtschefin Heike Hollerbach keine Zweifel. Mehr zum Thema lesen Sie hier.

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