Kunden empört über Schließung

Welle der Solidarität für Wasserpraxis 

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Zahlreiche Leserbriefe erreichten unsere redaktion nach Bekanntgabe der Schließung.

Offenbach - Die Schließung des privat betriebenen Bewegungsbads am Klinikum durch die Stadt hat eine Welle von Empörung und Solidarität bei den Kunden ausgelöst. Von Matthias Dahmer

In zahlreichen Leserbriefen an unsere Zeitung sowie in Protestschreiben an die Stadt und den Klinikbetreiber Sana fordern sie den Erhalt der sogenannten Wasserpraxis, der einzigen Einrichtung dieser Art in Offenbach.

Das Bewegungsbad in einem Anbau der Kinderklinik war (wie berichtet) von der Stadt zum 1. Oktober wegen baulicher und angeblicher gesundheitlicher Mängel geschlossen worden; Betreiberin Bettina van Nüss steht vor dem beruflichen Aus. Sana teilte gestern mit, Gutachter würden sich morgen die Mängel anschauen. Die erforderlichen Ein- und Umbauten sollen laut van Nüss nach bisherigen Schätzungen um die 200 .000 Euro kosten.

Forderungen nach Erhalt des Bades

Vom Babyschwimmen bis zur Therapie für Senioren – von den Nutzern der Wasserpraxis, die aus der gesamten Region kommen, gibt es nur Lob für die Einrichtung. Bürgemeister Peter Schneider, so die vielfache Aufforderung, müsse sich für die Erhaltung des Bads einsetzen. Schneider war gesten wegen Urlaubs für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Zu den von der Schließung Betroffenen gehört auch das ambulante Reha-Zentrum RehaMed an der Ecke Geleitsstraße und Kaiserstraße. Der Orthopäde und Unfallarzt Dr. Hans-Joachim Ewers, einer der Leiter der Einrichtung, machte deutlich, dass die Wasserpraxis eine große Bedeutung für seine Reha-Patienten habe. „Wir brauchen das“, fasst er zusammen.

Sachverständige begutachten die Einrichtung

Sana prüfe derzeit, ob die für den Weiterbetrieb erforderlichen technischen Ein- und Umbauten realisierbar seien und die dazu erforderlichen Finanzmittel aufgebracht werden könnten, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums. Morgen würden zwei Sachverständige die Einrichtung und die technischen Anlagen begutachten.

Deren Ergebnis soll Grundlage für die Entscheidung sein, ob die Einrichtung weiter betrieben wird. „Wir hoffen mit Hilfe des Gutachtens eine eindeutige Entscheidungsgrundlage zu erhalten“, sagt Dr. Jens Schick, Geschäftsführer des Sana-Klinikums.

Zugleich weist er darauf hin: Das Bad sei für maximal zehn Personen täglich zugelassen. Stattdessen nutzten aber bis zu 100 Klienten pro Tag die Einrichtung.

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