Wohnblöcke trocken, Straße dicht

Rohrbruch: Reparatur dauert eine Woche

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Erst bildete sich ein kleiner See am Friedrichsring, dann wurde gepumpt, gegraben und gesucht, bis das Leck entdeckt und zu ersetzen war.

Offenbach - An Ort und Stelle ging man gestern zunächst vom Schlimmsten aus: Drei bis vier Wochen lang könnte der als Verbindungsstraße nicht unwichtige Friedrichsring nach einem folgenreichen Wasserrohrbruch gesperrt bleiben. Von Thomas Kirstein

Die Energieversorgung Offenbach (EVO) gibt sich optimistischer: Die Reparatur sollte in gut einer Woche erledigt sein.

Der Rohrbruch wurde gegen 6 Uhr am Freitagmorgen entdeckt. Die Asphaltschicht war auf einer größeren Fläche um etwa zehn Zentimeter abgesackt, die Straße überflutet. Techniker der EVO unterbrachen die Wasserversorgung zwischen Waldstraße und Senefelderstraße. Als der Bagger die Fahrbahndecke öffnete, bildete sich durch das noch in der Leitung vorhandene und fröhlich weiter sprudelnde Wasser etwa in Höhe des Friedrichsweihers ein ansehnlicher Tümpel.

AOK stellt Dixi-Klos auf

Betroffen sind zwölf Hausanschlüsse von Wohnblocks mit mehreren hundert Anwohnern, die AOK-Verwaltung, die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein und weitere Geschäftsgebäude. Die Monopolverwaltung verlängerte für ihre Beamten kurzerhand das Wochenende und schickte sie nach Hause. Die AOK rüstete dagegen mit einer Batterie Dixi-Klos auf.

Anwohner, bei denen der Hahn trocken blieb, erhielten zunächst notwendiges Trinkwasser über Tankwagen der EVO. Die benachbarte Albert-Schweitzer-Schule blieb verschont. Das Gymnasium hängt an einem anderen Wasserversorgungs-Strang.

Die Polizei sperrte den in Mitleidenschaft gezogenen Abschnitt des Friedrichsrings umgehend für den Verkehr. Die Ursache des Rohrbruchs ist nach offiziellen EVO-Angaben noch unbekannt. Durch den massiven Wasseraustritt wurde die Straße unterspült, wodurch sich der Belag beträchtlich absenkte. Die Straße muss an dieser Stelle nach Absprache mit der städtischen Baubehörde voraussichtlich vollständig erneuert werden. Die EVO wollte die Wasserversorgung so schnell wie möglich wieder herstellen. Das gelang dann auch im Laufe des späten Nachmittags.

Bilder vom Wasserrohrbruch

Friedrichsring nach Wasserrohrbruch gesperrt

Zwischenzeitlich war die Straße auf bis zu 18 Metern Länge zu öffnen, um das Leck zu finden. Wie sich nach Angaben von Technikern an der Baustelle herausstellte, entstand der Schaden – ein Längsriss – an einem in zwei Meter Tiefe verlegten Graugussrohr mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern. Die Röhre liegt seit den 50er Jahren in ihrem Kiesbett, wo ihren zehn Zentimeter dicken Wänden auch durch die Vibrationen des Autoverkehrs an der Oberfläche in Bewegung geratene Steine ständig zusetzten.

Generell sind Rohrbrüche mit größeren Auswirkungen in Offenbach aber eher selten. Als günstiger Faktor gilt der relativ sanfte Druck, unter dem das System dank der Hochbehälter auf dem Bieberer Berg steht. Das Versorgungsunternehmen betreut seit Mitte der 90er Jahre das etwa 270 Kilometer lange Trinkwassernetz der Stadt. Dieses wurde von Offenbachs Stadtvätern schon vor mehr als 150 Jahren geknüpft, weswegen es sich im ständigen Erneuerungsprozess befindet. Jedes Jahr wird zirka ein Kilometer Wasserrohr komplett ersetzt.

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