Großeinsatz der Feuerwehr

Nach Rohrbrüchen: Wasser aus dem Trinkwagen

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In der Nähe des Justizzentrums, das vorübergehend ohne Strom war, kam es zu gleich zwei Rohrbrüchen: Die Schäden wurden noch am Samstag behoben.

Offenbach - Nach zwei Wasserrohrbrüchen waren am Samstag zahlreiche Bewohner der Innenstadt stundenlang ohne Wasser. Gleich an zwei Stellen, sowohl unter der Luisen- als auch unter der Rathenaustraße waren Rohre geborsten. Von Fabian El Cheikh

Die Bevölkerung wurde mit Trinkwasser aus Tankwagen versorgt, einige Keller liefen voll. Es war ein Einsatz der besonderen Art für die Feuerwehr Offenbach. Am Freitagabend um 22.42 Uhr rückten die Einsatzkräfte aus, nachdem sie die Brandmeldeanlage im Justizzentrum an der Kaiserstraße alarmiert hatte. Bei der Überprüfung des Gebäudes stellten sie fest, dass die automatische Auslösung der Brandmeldeanlage nicht durch ein Feuer sondern durch einen Wasserschaden zustande gekommen war. Brisant wurde der Einsatz durch die Tatsache, dass der Wasserschaden in einem Transformatorraum entdeckt wurde. Die Transformatoren führen eine Starkstromspannung von 20 000 Volt, weshalb die Feuerwehr in diesen Bereich nicht ohne Weiteres vordringen durfte.

Die Einsatzkräfte erkannten allerdings von außen, dass aus einem im Erdreich verlegten Leerrohr im Hochspannungsbereich Wasser in erheblichem Maße austrat – sichtbar wie hörbar. „Durch den schnellen Einsatz von elektrischen Tauchpumpen konnten wir einen Kurzschluss der Hochspannungsanlage gerade noch verhindern“, so die Feuerwehr.

Betroffene, die Wasser benötigten, erhielten es am Samstag ausnahmsweise auf der Straße.

Die Vermutung lag nahe, dass es in der Nähe des Justizgebäudes zu einem Wasserrohrbruch gekommen war und das Wasser über Umwege in das Leerrohr eindrang. „Es handelte sich um einen etwas größeren Störfall“, teilte EVO-Sprecher Harald Hofmann gestern mit. Um die Ursache zu lokalisieren setzte die Feuerwehr die Fachabteilungen für Elektrizität sowie Wasser und Abwasser der Energieversorgung und dem Eigenbetrieb der Stadt (ESO) in Bewegung. Diese entdeckten sowohl unter der Fahrbahnoberfläche der Luisen- als auch unter der Rathenaustraße jeweils einen Wasserrohrbruch. Aus diesem Grund wurden gegen 2 Uhr morgens die Wasserleitungen im Kreuzungsbereich beider Straßen gekappt, das Gebiet großräumig abgesperrt. Die Anwohner wurden bis Samstagnachmittag mit Trinkwasser aus einem Tankwagen versorgt. „Wie viele Anwohner betroffen waren, kann ich noch nicht sagen“, so Hofmann.

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Die Rohrschäden waren gegen 15 Uhr am Samstag behoben, daraufhin wurde auch die Trinkwasserversorgung über die Leitungen wieder aufgenommen. Der Kreuzungsbereich ist weiterhin gesperrt. Im Laufe des heutigen Vormittags werden die Straßenverkehrsbehörde und der ESO prüfen, ob die Sperrung aufgehoben werden kann. Die Ursache ist noch nicht bekannt. Hofmann vermutet, dass es an der warmen Witterung gelegen haben könnte: „Das Erdreich war lange Zeit gefroren und könnte durch die Temperaturunterschiede in Bewegung gekommen sein.“ Im Zuge der Rohrbrüche liefen auch einige Keller voll. Geschädigte sollen sich an ihre Versicherungen und an die EVO wenden.

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