Wegen des kalten Winters müssen Schulen warten

Offenbach - (alk) In die Geschichte der Offenbacher Schulbausanierung wird 2009 als Jahr der Planung eingehen. Die Verantwortlichen im Rathaus haben bekanntlich beschlossen, binnen zehn Jahren 250 Millionen Euro zu investieren. Die erste Hälfte des für Offenbacher Verhältnisse gigantischen Programms ist finanziert. Weitere Vorhaben werden dank des Konjunkturprogramms vorgezogen werden.

Für Wald, Ludwig-Dern- und Grundschule Bieber gilt es, Vorhaben im Detail auszuarbeiten, bevor 2010 die Bagger rollen. Derweil gehen an den Gymnasien die Arbeiten weiter. Alle Neubauten an den drei Schulen - insbesondere für Cafeterien und Ganztagsangebote - sollen 2009 fertig werden. 17,8 Millionen Euro will die Stadt in diesem Jahr für Schulen ausgeben. Zu Zeiten des früheren Oberbürgermeisters Gerhard Grandke galt ein jährliches Budget von 6 Millionen Euro als Kraftakt. Unter Nachfolger Horst Schneider hat die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP das Sanierungstempo deutlich angezogen.

Zwei Faktoren haben die Planer dazu veranlasst, den Zeitplan zu modifizieren. Negativ wirkte sich der kalte Winter aus, der die Arbeiten an den Gymnasien zeitweilig lahm legte. Die Fertigstellung der Neubauten verzögere sich um bis zu vier Monate, bedauert Anna Heep, Leiterin der Abteilung Hochbau. An der Albert-Schweitzer-Schule wird der Fachklassentrakt statt Anfang Juni wohl erst Ende August fertig. Die neue Cafeteria an der Leibnizschule soll statt Mitte April Anfang Mai bezogen werden. Und die Cafeteria an der Rudolf-Koch-Schule soll statt Anfang Juni gegen Ende September vollendet sein.

Positiv wirkt sich der zweite Überraschungsfaktor aus: Er sorgt für Beschleunigung. Knapp 21 Millionen Euro fließen als Sonderinvestitionsmittel nach Offenbach und kommen elf Schulen zugute. An erster Stelle steht die Sanierung und Erweiterung der Grundschule Buchhügel mit einem geschätzten Volumen von 8,3 Millionen Euro. Das vorgezogene Projekt fördert den Ganztagsbetrieb. Es folgt eine gemeinsame Cafeteria für Lauterborn- und Ludwig-Dern-Schule. Auch dieses Vorhaben stand im Zehnjahresprogramm weiter hinten. Der Neubau fungiert künftig als Bindeglied beider Schulen. Ihn jetzt zu bauen, bedeutet laut Projektleiterin Karin Tzschoppe, dass später die Bauarbeiten an der Lauterborn- den Betrieb an der Ludwig-Dern-Schule weniger beeinträchtigen werden. Die Cafeteria soll 1,7 Millionen Euro kosten. Die Planung für die Sanierung der Ludwig-Dern-Schule sollte ohnehin 2009 beginnen. Ein Flachbau muss wegen Setzungsschäden abgerissen werden.

Planmäßig werden in diesem Jahr die Entwürfe für die Sanierung und Erweiterung der Waldschule Tempelsee verfeinert, damit der Bau 2010 beginnen kann. Auf rund 1 100 Quadratmeter sollen neue Räume für Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten sowie Mediothek, Cafeteria und Toiletten entstehen.

Auch die Grundschule Bieber steht im Planungsjahr 2009 auf der Agenda: Dort ist ein Neubau mit rund 1000 Quadratmetern zusätzlicher Fläche vorgesehen (ebenfalls mit Cafeteria). Geprüft wird, ob der Neubau auf dem angrenzenden städtischen Grundstück errichtet werden kann, das derzeit brach liegt.

Unterdessen läuft die Suche nach einem Unternehmen weiter, der in öffentlich-privater Partnerschaft die Beethovenschule neu baut sowie das Berufsschulzentrums am Buchhügel saniert und erweitert. Anfang März ist Abgabeschluss für potentielle Investoren.

Für laufende Instandhaltungen an fünf Schulen sind in diesem Jahr 3,8 Millionen Euro vorgesehen. An der Mathildenschule soll die Cafeteria einen öffentlichen Zugang erhalten, damit die Einrichtung unabhängig vom Schulbetrieb nutzbar ist. An der Fröbelschule werden Fenster erneuert, das Dach saniert und der Brandschutz verbessert. An der Uhlandschule soll die Elektroheizung verschwinden. Die neue Heizungsanlage werde eventuell mit Holzpellets arbeiten. An der Turnhalle der Friedrich-Ebert-Schule ist eine Fassadensanierung geplant. An der Goetheschule will die Stadt das Dachgeschoss zum Teil ausbauen. Der eigentliche Ausbau für den Ganztagsbetrieb einschließlich Cafeteria soll erst 2015 folgen. „Es geht um eine möglichst günstige Zwischenlösung“, sagt Planerin Anna Heep.

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