Bäume müssen weichen

Wegen Verkehrssicherung: Fällarbeiten am Erlensteg

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Orchideenwiese im Naturschutzgebiet Erlensteg.

Bieber - Im Naturschutzgebiet Erlensteg rückt ab 9. Juli schweres Gerät an: Es müssen mehrere Bäume gefällt werden, da sie als nicht mehr standsicher gelten. Das Umweltamt ist bemüht, die Auswirkungen auf die Natur so gering wie möglich zu halten.

Am nördlichen Rand des Naturschutzgebiets „Erlensteg von Bieber“ stehen einige Bäume, die aufgrund ihres Gesundheitszustands sowie vergangener Schädigungen nicht mehr verkehrssicher sind. Die Bäume stehen angrenzend an den Weg, der die Kleingartenanlage des KGV Lehmfeld umschließt. Dies betrifft einige Eschen, die aufgrund des Eschentriebsterbens (Pilzerkrankung) fast oder völlig abgestorben sind, mehrere große Silberweiden, an denen erst kürzlich starke Äste ausgebrochen sind sowie zwei Schwarzerlen, die aufgrund der nach der Maßnahme erwarteten Windlastverteilung nicht mehr standsicher sind.

Dort wird Hessen-Forst voraussichtlich am Montag, 9. Juli, mit den Fällarbeiten beginnen. Die Maßnahmen werden je nach Witterung zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen. Dazu werden mit einigen Tagen Vorlauf auch Wegeverbindungen von der Waldhofstraße zum Hartmannsrain sowie um die Gartenanlage herum vor-übergehend abgesperrt. Spaziergänger, Radfahrer und „Gassigeher“ sowie Gartenanlieger werden gebeten, dies entsprechend zu berücksichtigen. Der Vorstand des Kleingartenvereins wurde im Vorfeld informiert.

Hinsichtlich des Naturschutzes, insbesondere des Artenschutzes, wird die Maßnahme durch einen ehrenamtlichen Schutzgebietsbetreuer sowie eine Mitarbeiterin des Umweltamtes aus der unteren Naturschutzbehörde begleitet.

Dass mit den Fällarbeiten bis jetzt gewartet wurde beziehungsweise sie nicht, wie sonst üblich, im vergangenen Winter stattgefunden haben, hat sowohl technische als auch ökologische Gründe.

Das betroffene Waldstück besteht größtenteils aus Sumpfwald und weist auch einige alte Bombentrichter auf. Im Herbst und bis ins Frühjahr hinein stand die Fläche regelmäßig unter Wasser. Dadurch ist sie mit schwerem Gerät nicht (oder nur mit Inkaufnahme großer Flurschäden) befahrbar gewesen. Zudem ist dieser Feuchtwald ein wichtiger Lebensraum für Amphibien, die auch dort im schlammigen Boden und in den Bombentrichtern überwintern.

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Erst im Hochsommer ist der Waldboden trocken genug, um die Maschinen schadlos zu tragen. Auch sind dann die meisten Wasserlöcher trocken gefallen und die Mehrzahl der Amphibien hat sich in die Kernbereiche des Naturschutzgebiets zurückgezogen. Da eine Schädigung dennoch nicht ausgeschlossen werden kann, wird während der Arbeiten ein besonderes Augenmerk auf Unterholzstrukturen und Pfützen gelegt. Auch die Bäume selbst und vor allem die Höhlen werden im Hinblick auf Vögel, Fledermäuse & Co vor Beginn der Fällungen noch einmal genau angeschaut. (pso)

Fragen beantwortet das Umweltamt unter 069/8065-2557.

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