Ärger über Wegesanierung

Dreieichpark auf keinem guten Weg?

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Herbstliches Laub, herbstliche Pfützen: Die Beschaffenheit der wassergebundenen Wegedecke im Dreieichpark ist umstritten.

Offenbach - Wassergebundene Wegedecke. Das hört sich mords an, ist’s aber nicht immer. Von Martin Kuhn 

Leidvolle und letztlich teure Erfahrungen mit einem solchen Belag sammelte die Stadt bereits auf der ehemaligen Industriebahntrasse, als diese 1999 zu einer nahezu vier Kilometer langen Rad- und Fußwegspange umfunktioniert wurde. Bei Regen und Schnee mutierte die Wegedecke regelmäßig zu einer Schlammschneise und wurde zehn Jahre später durch Asphaltbeton ersetzt.

Die Vorgeschichte im Kopf, schütteln einige Offenbacher denselben, als sich die Verwaltung im vergangenen Jahr anschickt, im Dreieichpark den alten Asphalt durch eine weitere wassergebundene Wegedecke zu ersetzen. Kaum ist das erledigt, meldet sich ein aufgebrachter Anrufer in der Redaktion: „Das müssen Sie sich ansehen. Wir sind total eingesaut.“ Als der Mann mit seiner Frau bei regnerischem Wetter gewohnte Parkwege zur Landesgrenze beschreitet, ist das Ehepaar offenbar restlos bedient und kehrt um – zum Hosen- und Schuhwechsel.

„Beschaffenheit ist schlechter als zuvor“

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Ein Anlieger kann dies nur bestätigen: „Die Sanierung des Hauptwegs ist aus meiner Sicht voll daneben gegangen, denn die Beschaffenheit ist schlechter als zuvor.“ Der Belag sei feucht und habe eine Art Schmierfilm; Radspuren seien nahezu flächendeckend zu sehen, berichtet der Leser, der diesen Weg fortan nicht mehr entlang gehen möchte und lieber den Bürgersteig des Isenburgrings nutzt. Sein Fazit: „Eine sogenannte Sanierung wäre nicht erforderlich gewesen.“

Dem widersprechen die verantwortlichen Planer, obwohl Sigrid Pietzsch vom Baudezernat einräumt: „Sicherlich hat die gewählte Belagsart im Hinblick auf die Nutzbarkeit bei Regenwetter gewisse Nachteile gegenüber gepflasterten wie auch asphaltierten Wegen.“ Diese seien jedoch für einen Parkweg vertretbar, zumal für die Planer die Alltagstauglichkeit nicht das alleinige Kriterium für die Wahl gewesen sei. Als Gartendenkmal und als Landschaftschutzgebiet stehe der Dreieichpark unter besonderem Schutz. Stadtplanerin Pietzsch hat sich nach einem weiteren typischen Herbsttag selbst einen Eindruck verschafft: „Der Weg war in einem guten Zustand, das heißt, nach den sehr starken Regenfällen in der Nacht war er bereits wieder vollständig getrocknet.“

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Sie erinnert zudem an die Genese des Beschlusses: Der erste Impuls, den Weg zu sanieren, sei schon vor Jahren von einen Bürger gekommen, der regelmäßig durch den Park fahre. Nach der Überprüfung des Zustands wurde daraufhin die Sanierung des Wegs in das Investitionsprogramm aufgenommen.

„Zunächst war vorgesehen, den Weg wieder mit einer Asphaltdecke herzustellen“, erläutert die Fachfrau. Oberste Prämisse in diesem Park sei jedoch die Erhaltung der alten Bäume gewesen, die direkt neben dem Weg stehen. „Deshalb konnte eine Sanierung nicht mit einem ,harten’ Belag erfolgen. Eine Schonung der Wurzeln der Bäume war nur durch die gewählte Belagsart möglich“, so Pietzsch.

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