Weichen stellen

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Peter Schulte-Holtey.

Klinikverbund: Extrem schwierige Weichenstellungen stehen in Offenbach und Hanau an.

Sowohl für die Geschäftsführer der städtischen Kliniken wie die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger stellt sich zunehmend die Frage: Uns steht das Wasser bis zum Hals, der Schuldenberg wächst, wie können wir trotzdem privaten Klinikbetreibern wie Rhön, Helios oder Asklepios Paroli bieten? In den nächsten Monaten muss eine Antwort gefunden werden. Und sollte es den kommunalen Häusern bei der Suche nach dem Rettungsweg nicht gelingen, den strukturellen Nachteil der fehlenden Kettenbildung durch Verbundlösungen zu kompensieren, so ist zu befürchten, dass weitere Riesensummen an Steuergeldern verschwendet werden.

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Mit der jetzt verfolgten Mammut-Kooperation der Großkrankenhäuser in Wiesbaden, Offenbach, Hanau und Darmstadt könnte man den Weg in eine Zukunft beschreiten, die die Patientenversorgung optimiert und den Kämmerern Luft verschafft. Zudem würden die Städte weiter ihren Pflichtaufgaben, der Erfüllung der sogenannten Daseinsvorsorge, nachkommen.

Wer sich gegen die Verbundslösung stemmt, sollte vor allem daran denken, dass ein weiterer wachsender Schuldenberg der Kliniken sehr schnell zur Übernahme durch renditeorientierte Konzerne führen wird. Noch mehr Privatisierung heißt aber, dass es auch in Rhein-Main alsbald weniger öffentliche Häuser der Grundversorgung und mehr Kliniken geben könnte, die sich auf bestimmte Krankenbilder spezialisieren. Und globale Player könnten im Gesundheitswesen zunehmend Platz greifen und Entwicklungen diktieren. Wer will das?

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