Weihnachtsmarkt für Arme

Offenbach ‐ Christine Sparr s Weihnachts-Wunschzettel ist eine Herausforderung. An einem Weihnachtsmann, das wird sofort klar, führt kein Weg vorbei. In seiner Kutsche soll er Elfen und Wichtel mitbringen.Von Marcus Reinsch

Ein Karussell, das ist auch nötig, ein Glücksrad sowieso. Ganz zu schweigen von all den Spielsachen, Fahrrädern, Bobbycars, Süßigkeiten. Und auch wenn sich dann doch wunschgemäß ein Fotograf finden sollte, der Bilder von der ganzen Pracht schießt und quasi als Bonus-Geschenk ausdruckt, wäre die Liste immer noch „beliebig erweiterbar“.

Zum Glück ist Christine Sparr keine verwöhnte Göre, deren Eltern die Worte Hartz und Krise im Lexikon nachschlagen müssten. Sparr ist das Gegenteil. Als hochtourig laufender Motor des Offenbacher Ablegers der Frankfurter Tafel begegnen ihr Armut und Elend täglich, nicht nur bei der Lebensmittelverteilung. Auch in der Weihnachtszeit, und das tut besonders weh. Also wünscht sich die Frau nichts für sich, sondern alles für andere. Den Weihnachtsmann. Die Elfen. Die Spielsachen. Den Fotografen, der Kinder mit dem Weihnachtsmann ablichtet. Und vor allem „einen Weihnachtsmarkt, bei dem es sich nicht nur um materielle Werte und Geld dreht, sondern hauptsächlich darum, den Kindern wieder ein Leuchten in die Augen zu zaubern“. Einen sorglosen Augenblick im Leben jener Menschen, „denen das Geld für Weihnachtsgeschenke, die man dem Kind, den Enkeln oder Freunden und Bekannten gerne geben möchte, fehlt“. Einen Weihnachtsmarkt für Arme.

Traum soll Wirklichkeit werden

‐ Christine Sparr lauscht Vorschlägen, die zum Erfolg beitragen: Telefon: 069 / 4980825, Mobil: 0171 / 9293285.

Mit Hilfe möglichst vieler Vereine und Organisationen soll dieser Traum am Samstag und Sonntag, 19. und 20. Dezember, Wirklichkeit werden. Bürgermeisterin Birgit Simon hat dafür den Mathildenplatz reservieren lassen. Die EVO sorgt für Strom, der ESO für Ordnung, die Freiwillige Feuerwehr Bürgel für den Brandschutz. Weihnachtsmarkt-Profi Klaus Kohlweyer hat zehn Pavillons versprochen, in denen es Waffeln, Schokolade, Kaffee und Kuchen, Bratwurst, Pizza und Eintopf geben wird - „alles für ‘ne Spende“, wie Sparr glücklich berichtet.

Bisher ein Dutzend Institutionen macht begeistert mit, darunter die Lebensräume, Kirchengemeinden, die Gewerblich-Technischen Schulen. Eine Soulband spielt, ein Gospelchor singt, der Männerchor Bürgel auch.

Und weiteres Engagement ist gefragt. Etwa in Form von Preisen für die Tombola, bei der jedes Los gewinnen soll. Oder in Person von Künstlern oder Geschichtenerzählern. Oder einfach an einem Stand, an denen schöne Geschenke zu haben sind - keins teurer als fünf Euro.

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