Drei Mal Weihnachtsmarkt in Offenbach

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Weihnachtsmärkte in Bieber, Bürgel und auf der Rosenhöhe lockten mit kreativem Angebot.

Offenbach ‐ Wohl wissend, dass man nur mit Glühwein und Lebkuchen alleine, keine Besucher mehr anlockt, boten am vergangenen Wochenende die Weihnachtsmärkte in Bieber, Bürgel und bei der SG Rosenhöhe eine ansprechende Vielfalt. Von Silke Gelhausen-Schüßler

Trotz der Konkurrenz in der Innenstadt und weiteren Märkten in der Region konnten sich die Macher über eine große Zahl weihnachtlich gestimmte Gäste freuen, wie ein Rundgang bewies.

Auf dem bestens besuchten und vom „Verein Pro Bürgel“ ausgerichteten Markt rund um den Dalles wird fachkundige Beratung groß geschrieben. Zwei Autos voll mit Waren haben die Mitarbeiter des Weltladens angeschleppt. Doch dass Besucher nicht gleich Käufer sind, bemerkt Ulla Suchan, Vorsitzende von „Treffpunkt eine Welt“, zunehmend: „Seit über zehn Jahren sind wir hier mit einem Stand vertreten. Leider hat es sich in den letzten Jahren nicht mehr so richtig gelohnt.

Der Markt in Bürgel:

Weihnachtsmarkt in Bürgel

Das Angebot ist einfach überall zu groß, heute hat ja jeder Baumarkt und jedes Möbelhaus seinen eigenen Weihnachtsmarkt.“ Die Kollegin vom Stand gegenüber kann sich da weniger beklagen. Sie verkauft jedes Jahr spielend 80 Liter Kartoffelsuppe, selbst gebackene Plätzchen und Marmeladen für die Bücherei Uhlandschule - Hunger und Durst müssen eben immer gestillt werden. Gesichert ist die Weihnachtsmarkt-Präsenz der Schulunterstützer aber deswegen nicht: Die Grundschule sucht dringend weitere freiwillige Helfer, schon heute steht das Verhältnis Rentner/Eltern eins zu eins.

Zu einer richtigen Institution hat sich - mittlerweile im 15. Jahr - der Markt der Sportgemeinschaft Rosenhöhe gemausert. Rund 20 Stände, Bühne, Kinderkarrussel, Ponyreiten und ein Stall mit zwei echten Schafen - der „Verein mit Herz“ kann sich über mangelnde Umsätze nicht beklagen. Um den großen logistischen Aufwand zu bewerkstelligen, benötigt es sehr viele freiwillige Helfer und die Stetigkeit: Von den zahlreichen Holzbuden werden nur die fünf auf- und abgebaut, die im Biergarten im Weg stehen würden, der Rest wartet einfach bis zum nächsten Advent.

Der Markt der SG Rosenhöhe:

Weihnachtsmarkt der SG Rosenhöhe

Vier Wochen vorher fangen die fleißigen Rentner Ernst Grimm, Rudi Liebeskind, Heinz Keller, Erich Meid und Josef Kinzler mit der Arbeit an. An den zwei Samstagen vor dem ersten Advent ist Großeinsatz für alle Helfer. Bis auf Karussell und Ponyreiten wird alles in Eigenregie betrieben, sogar den weihnachtlichen Chorgesang übernehmen, zusätzlich zum Chor der Lauterbornschule, verschiedene Gruppen der Kinderturnabteilungen. Die Renner sind in diesem Jahr wieder der Kreativstand mit seinen Weihnachtsgestecken und -kränzen, das Glücksrad für Kinder sowie „Nikoläusin“ Uschi Scherer, die kleine Geschenke an den Nachwuchs verteilte. Bei soviel Engagement und Eigeninitiative bleibt Schirmherr und Stadtverordnetenvorsteher Erik Lehmann bei der offiziellen Eröffnung nur noch, ein herzliches Dankeschön zu sagen und symbolisch seinen großen bunten Regenschutz aufzuspannen: „Dieser Schirm dokumentiert die Vielgestaltigkeit und Farbigkeit des Vereins, der mit seinem Weihnachtsmarkt eine uns lieb gewordenen Tradition geschaffen hat.“

Der Markt in Bieber:

Weihnachtsmarkt in Bieber

Tradition hat auch der Markt des Gewerbevereins Bieber. Um die Kirche der Pfarrei St. Nikolaus gruppieren sich für einen Tag die Stände in Krippenform. Schon bei Einbruch der Dunkelheit gibt es an manchen Engpässen fast kein Durchkommen mehr. Auch hier wird Einfallsreichtum groß geschrieben: Ob Glücksrad drehen für krebskranke Kinder, gasgefüllte Luftballons in Hubschrauberform, kuschelweiche Schals neben hausgemachten Likören oder auch Hundemuffins mit Möhren vom Tierschutzverein „Für alle Felle“ - die Bandbreite des Angebots ist beachtlich.

Als besonders aktiv erweist sich die Grundschule Bieber. Es fehlt kaum eine Klasse, die nicht mit einem eigenen Stand ihre Kasse aufbessern will, und keine Idee ist dafür zu ausgefallen. Wobei Kuchen im Glas und Brot im Blumentopf ja schon fast zum Standardprogramm gehören. Wer es da doch lieber traditionell mochte: Einträchtig neben Cocktails wie Caipirinha, Bora Bora und Planters Punsch findet sich auch der gute alte Glühwein wieder.

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