Weihnachtsmarkt in Offenbach

Après-Ski auf dem Markt

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Auch zwischen den Jahren einen leckeren Glühwein auf dem Markt genießen: Diese vier Besucher haben die Gelegenheit genutzt.

Offenbach - „Endlich ist es vorbei“ – so oder ähnlich klang vermutlich der Stoßseufzer, den unzählige gestresste Weihnachtsmuffel gestern von sich gaben. Nicht so bei den Beschickern auf dem Weihnachtsmarkt. Von Sebastian Schwarz 

Für sie geht das Geschäft mit Glühwein und allerhand Leckereien nämlich noch eine ganze Weile weiter. Nahtlos schließt auch in diesem Jahr wieder der Neujahrsmarkt an den weihnachtlichen Budenzauber an. Bei strahlendem Sonnenschein und eigentlich für die Jahreszeit viel zu milden Temperaturen hat die Verlängerung gestern begonnen. Freilich sind nicht mehr ganz so viele Stände dort zu sehen wie im weihnachtlichen Treiben. Während die Händler an der Frankfurter Straße bereits größtenteils abgezogen sind, herrscht rund um den Aliceplatz weiterhin Hochbetrieb.

Zahlreiche Stände mit allerhand kulinarischen Köstlichkeiten warten auf nachweihnachtliche Kundschaft. Ob Deftiges wie Brat- und Currywurst oder süße Köstlichkeiten wie sizilianisches Mandelgebäck und gebrannte Mandeln: Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Und selbstverständlich ist der Klassiker der Winterzeit schlechthin, der Glühwein, weiter zu haben. Zum Beispiel in Heinrich Michels Glühweinpyramide. Zahlreiche Kunden stehen dort an diesem Nachmittag mit ihren dampfenden Tassen rund um den Stand und genießen den würzigen Heißmacher.

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Dass Glühwein nicht nur bei frostigen Temperaturen richtig gut schmeckt, davon ist Michel überzeugt. Trotz wenig weihnachtlicher Witterung liefen die Geschäfte bei ihm dieses Jahr sehr gut. „Petrus war uns wohlgesonnen“ sagt er. Extra für den Neujahrsmarkt hat er die Dekoration an seinem Stand umgebaut. Weihnachtsmänner, Rentiere und Geschenke sind an Michels Stand und an der Nikolaushütte nicht mehr zu sehen. Stattdessen setzt er dort jetzt auf rustikale Après-Ski-Atmosphäre. „Wir wollen dort eine Stimmung wie in einem typischen bayrischen Stadl schaffen“, so Michel.

Viel Betrieb herrscht ebenfalls in Michael Macks „Sun-Fun-Feuerhütte“. Dort ist von Weihnachten ebenfalls keine Spur mehr. Anstelle von Nikolaus und Engeln zieren zahlreiche Skier und ein Schlitten seinen Stand. Nur einige Tannenbäume am Eingang erinnern ans vorherige Freudenfest. Drinnen ist die Theke in blaues und rotes Licht getaucht, statt weihnachtlicher Klänge ertönt Unterhaltungsmusik. Die Verlängerung des Markts über Weihnachten hinaus hält Mack für eine gute Idee: „Das ist mal was anderes, das hat nicht jede Stadt.“

Weihnachtsmarkt in Offenbach

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Auch bei den Besuchern kommt die Markt-Zugabe an. „Ich finde das eine gute Idee“, sagt ein Besucher, der gerade an der Glühweinpyramide einen Zwischenstopp eingelegt hat. Ähnlich sehen das zwei junge Offenbacherinnen. „Das ist eine schöne Sache. Vor Weihnachten hat man ja doch eher selten die Gelegenheit, den Markt richtig auszukosten“, freuen sie sich über das nachweihnachtliche Markttreiben. Dass es auf dem Neujahrsmarkt nur noch „Fressbuden“ gibt, stört die beiden nicht. Umso besser gefällt ihnen dafür die lockere Stimmung. „Das ist schön. Nach Weihnachten willst du ja schon wieder ein bisschen Halligalli haben“, meinen sie schmunzelnd.

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