Weihnachtsmarkt in Offenbach

Süßes lockt die Besucher an

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Süßigkeiten wie etwa die gebrannten Mandeln von Klaus Eiserloh (rechts) gehören wieder zu den absoluten Rennern auf dem Weihnachtsmarkt.

Offenbach - Noch hält sich der Andrang am Stand von Peter Heinrich in Grenzen. Auf dem Offenbacher Weihnachtsmarkt verkauft er Holzschnitzereien aus dem Erzgebirge. Viele Leute laufen an diesem Nachmittag an seinem Stand vorbei. Von Sebastian Schwarz 

Stehen bleiben indes nur wenige, um seine hölzernen Kunstwerke einmal genauer in Augenschein zu nehmen. „Es geht grad so“, kommentiert er sein Geschäft der ersten beiden Marktwochen lakonisch. Kunsthandwerk habe es halt schwer auf dem Markt, sagt der Offenbacher. Das sieht auch Veranstalter Klaus Kohlweyer so. „In Offenbach fehlt einfach die Käuferschicht für Kunsthandwerk“, entgegnet er den alljährlichen Vorwürfen, auf seinem Weihnachtsmarkt gebe es nur „Fressbuden“. Man habe trotz der schwierigen Situation versucht, auch in diesem Jahr wieder einige Handwerksstände im Angebot zu haben, so Kohlweyer. Unter anderem gebe es Holzschnitzereien, Kerzen und Kerzenständer.

Ganz anders sieht dagegen die Lage bei Klaus Eiserloh vom Mandelbüdchen aus Frankfurt aus. „Bis jetzt können wir eine absolut positive Bilanz ziehen“, freut er sich, während er in seinem großen Kessel eine neue Ladung dampfend heiße gebrannte Mandeln zubereitet. Zahlreiche Besucher begutachten unterdessen, angelockt vom Duft der klebrigen Köstlichkeit, neugierig die Auslage seines Standes, den er mit drei Mitarbeitern betreut. Mit dem Besucherandrang ist er bislang sehr zufrieden. Ähnlich wie Süßwarenhändler Franz Eberhardt aus Wächtersbach, der mit seinem Stand an der Frankfurter Straße steht. „Bisher ist es gut gelaufen“, sagt Eberhardt. Trotz der Bauarbeiten auf dem Stadthof gefällt dem Händler der Budenzauber auch in diesem Jahr. „Der Markt ist klein und gemütlich“, findet er. Ähnlich sehen das seine Kunden. „Zu mir kommen viele Leute aus Frankfurt. Denen ist der Markt dort einfach zu überfüllt“, weiß er zu berichten.

Und was sagen die Offenbachern selbst zu ihrem diesjährigen Weihnachtsmarkt? „Das Angebot und die Stände sind nett“, finden Christina Hochstoeger und Verena Müller. Die jungen Frauen aus Niederösterreich sind gerade bei Freunden in Offenbach zu Besuch. Etwas zu bemängeln haben sie aber doch. „Bei uns in Österreich gibt’s auf den Weihnachtsmärkten mehr Musik und mehr Glühweinstände“, merken sie augenzwinkernd an. Kritischer sehen hingegen zwei gebürtige Offenbacher das alljährliche Weihnachtsspektakel. „Der Markt entspricht der Gemütlichkeit der Offenbacher Innenstadt“, stellen sie spitzzüngig fest. „Da fehlt irgendwie das richtige weihnachtliche Flair. Es gibt nur noch das Standardangebot. Früher konnte man noch Weihnachtsbäume und Blechspielzeug kaufen“, so das ernüchterte Fazit der beiden Mittsechziger.

Weihnachtsmarkt in Offenbach

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Verständnis für die Kritik hat Hans-Peter-Kampfmann, Mitbetreiber des Markts. „Natürlich ist die Gemütlichkeit auf der Frankfurter Straße ein Stück weit weg“, ist er sichtlich unglücklich über den unfreiwilligen Umzug zahlreicher Buden in die belebte Einkaufsstraße. Zufrieden ist er trotzdem mit dem Angebot. Trotz des beengten Raums habe man wieder alle Beschicker mit an Bord, erzählt der Getränkegroßhändler. Außerdem habe man versucht, mehr Sitzflächen zu schaffen, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. „Wir wollten eine Atmosphäre schaffen, wo sich die Leute wohlfühlen“, ergänzt Klaus Kohlweyer. „Das haben wir auch geschafft“, glaubt er. Und wie schaut es im nächsten Jahr aus, wenn der Markt an seinen angestammten Platz zurückkehrt? „Durch den größeren Platz im Innenhof haben wir mehr Platz in der Breite“, weiß Kohlweyer. „Dadurch werden wir dort einen optisch schöneren Markt haben.“

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