Stimmungsvoll und familiär

Weihnachtsmarkt der SG Rosenhöhe fasziniert

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Vom Himmel hoch, da komm ich her: Der Nikolaus ließ sich am Samstag und am Sonntag per Hubschrauber auf der Rosenhöhe einfliegen.

Offenbach - Als hätte man ihn bestellt, überzog wirbelnder Flockenflug das Dorf aus geschmückten Ständen rings um das Vereinsheim der SG Rosenhöhe mit einer Schneeschicht. Von Harald H. Richter

Umso mehr ließen sich mehrere Tausend Besucher, die an beiden Tagen das Gelände bevölkerten, vom Flair dieses stets am ersten Advent stattfindenden Weihnachtsmarkts faszinieren.

Was auch die 17. Auflage besonders macht, ist die eifrige Beteiligung der Abteilungen der Sportgemeinschaft. Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind engagiert und begeistert dabei. Das beginnt mit der Auswahl des Angebots, reicht über die liebevolle Ausschmückung der zwei Dutzend Hütten bis zur Zusammenstellung der Musik auf der Bühne. Nicht Kommerz steht im Vordergrund, sondern das Bestreben, das Gemeinschaftsgefühl zu kultivieren und ein familiäres Ambiente zu schaffen. Das Publikum schätzt den Wohlfühleffekt und kommt in zunehmender Zahl jedes Jahr wieder.

Bei Kindern ist die Freude groß

Besonders bei Kindern ist die Freude groß, hat doch ihretwegen der Nikolaus an beiden Tagen seinen versprochenen Besuch eingehalten. Nun könnte er durchaus zu Fuß aus dem nahen Winterwald gestapft kommen, tut er aber nicht. Vom Himmel hoch, da fliegt er ein, spektakulär im Hubschrauber, und landet auf dem Sportfeld. An der anheimelnd dekorierten Bühne sehnlichst erwartet, bescheinigt er den Mädchen und Jungen, wie brav sie gewesen sind, und verteilt Aufmerksamkeiten.

Die Bühne, um die sich geschmückte Häuschen gruppieren, an denen leckere Speisen und Getränke angeboten werden, bleibt ein Anziehungspunkt. Vereinschef Thomas Daniel dankt den rührigen Mitgliedern Jürgen Gerhardt, Helmut Rathgeber und Erich Strüb, stellvertretend für viele weitere helfende Hände, die sich um die Organisation verdient gemacht haben. Bereits bei der Eröffnung sparen EVO-Vorstand Michael Homann und der Geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen, Ex-OB Gerhard Grandke, nicht mit Lob für die vorbildliche Ausrichtung des Markts, der über die Jahre bei Offenbachern wie Besuchern von Nah und Fern fest im vorweihnachtlichen Veranstaltungskalender vermerkt ist.

Mit einem der vier Ponys ausreiten

Da erklingen Alphörner, das Bläserensemble des Musikvereins Eintracht erfreut mit traditionellen weihnachtlichen Weisen. Hinter dem Podium warten Kinder Schlange stehend darauf, mit einem der vier Ponys ausreiten zu dürfen. Kaum geringerer Andrang herrscht am Glücksrad, an dem Preise zu gewinnen sind. Mit viel Liebe zum Detail ist das Krippenspiel ausgeschmückt. Staunenden Auges stehen die Kleinen davor, begeistert von den Lämmern, die sich dem Holzgatter nähern oder im Stroh vor dem Stall liegen. Im Zelt gegenüber lassen sich Mädchen und Jungen beim Kinderschminken verschönen.

Ob stilvoller Adventsschmuck für daheim oder ausgefallene Geschenke zum Fest – wer über den Markt bummelt, findet von allem etwas. Im Künstlereck beispielweise sind originell angefertigte Unikate zu erstehen, die ganz normale Bücher waren und mit viel Ideenreichtum zu dekorativem Zierrat umgestaltet wurden. Am Stand der flotten Bienen gibt es selbst gedrehte Kerzen aus Bienenwachs, Met und honigsüße Imkertröpchen.

Acht Frauen waren im Vorfeld fleißig

Acht Frauen waren im Vorfeld fleißig, haben Adventskränze und Gestecke in vielen Formen und Farben gefertigt, bieten Türschmuck und Selbstgestricktes in ihrer grünen Stube an. Ein paar Meter weiter steht die Popcornmaschine kaum still. Dort füllen Benedikt und seine Freunde von der Tennisjugend reichlich Knuspermais in die Tüten. Ob süß oder gesalzen, das Geschäft brummt. „Pro Tag sind es bestimmt mehr als 200 Beutel, kleine wie große“, schätzt er. Und sogar Meterware in Beuteln wechselt über den Tresen.

Dort wie an allen anderen Ständen, an denen Ware zum Verzehr feilgeboten wird, achtet man streng auf die Einhaltung der Lebensmittel-Hygienevorschriften. Nach den amtlichen Rügen, die sich Beschicker beim Nikolausmarkt in Bieber vergangenes Jahr durch das städtische Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz eingefangen haben, will niemand Restriktionen fürchten müssen.

Bilder vom Weihnachtsmarkt der SG Rosenhöhe

Weihnachtsmarkt der SG Rosenhöhe in Offenbach

Das Publikum freilich sieht die vermeintliche Problematik wesentlich gelassener. Die Besucher treibt eher die Frage um: Glühwein mit oder ohne Schuss, Punsch oder Sahnelikör? Bratwurst, Wildschinken oder Crêpes? Oder wie wär’s mit gerösteten Maronen? Im Schankraum der Waldgaststätte, von Familie Schumann seit 40 Jahren in nunmehr dritter Generation geführt, ist an den Tischen kein freier Platz mehr zu bekommen. Und auch an der Kuchenbar im Raum nebenan, in dem das Weihnachtscafé eingerichtet ist, herrscht reger Betrieb.

Bis in die Abendstunden dreht vor dem Haus unentwegt das Karussell seine Runden. Und beim Christbaumverkauf finden neben allerlei Adventsgestecken schon die ersten Tannen und Rotfichten ihre Abnehmer. Den stimmungsvollen Gesamteindruck des 17. Weihnachtsmarkts auf der Rosenhöhe, dessen Erlös in die Finanzierung der Vereinsarbeit fließt, kann nichts trüben. Nicht einmal das Wegtauen des ersten Schnees...

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