„Alles besser als nichts“

Weihnachtsmarktbesucher in Offenbach sind verhalten

Die aktuelle Corona-Situation und die 2G-Kontrollen machen sich auf dem Weihnachtsmarkt bemerkbar. Mit Umsatzeinbußen von etwa einem Drittel rechnet Markus Eiserloh vom Stand „Süße Mandelbar“.
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Die aktuelle Corona-Situation und die 2G-Kontrollen machen sich auf dem Weihnachtsmarkt bemerkbar. Mit Umsatzeinbußen von etwa einem Drittel rechnet Markus Eiserloh vom Stand „Süße Mandelbar“.

Am Eingang zum Offenbacher Weihnachtsmarkt hat sich eine kleine Schlange gebildet. Ein Sicherheitsmitarbeiter kontrolliert Impfpässe und Ausweise, verteilt pinkfarbene Papierbändchen, damit Besucher sich weitere Kontrollen an diesem ersparen können.

Offenbach – Im eingezäunten Areal stehen die Mitglieder des Vereins „ Offenbacher helfen“ an einem Glühweinstand. Maria-Magdalena Söllner gibt sich als Weihnachtsmarkt-Fan zu erkennen. Sie sei öfter auf dem Weihnachtsmarkt, auch unter der Woche, in der Mittagspause. Aber da sei es sehr leer, erzählt sie. Sie habe das Gefühl, dass dann alle Leute nur an den wenigen Ständen auf der Frankfurter Straße seien. Dort gibt es keine Zäune, keine Kontrollen. Abends sei schon mehr los, aber deutlich weniger als vor Corona. Auch wenn bei Magdalena Söllner ohne Schnee noch keine Weihnachtsstimmung aufkommen will, sagt sie: „Ich bin froh, dass überhaupt wieder etwas stattfindet.“

Markus Eiserloh von der „Süßen Mandelbar“ kann den Umsatzrückgang bereits merken. Es kämen durch Corona generell weniger Besucher auf den Markt. Neben seinen zwei Ständen mit Süßigkeiten und Mandeln betreibt er auch den Fritten-Stand auf der Frankfurter. Den Eindruck von Maria-Magdalena Söllner teilt er nicht. Die Kontrollen machten vielleicht zehn Prozent aus. Aber viele Leute würden im Homeoffice arbeiten und nicht in die Stadt kommen. Auch wenn er mit Umsatzeinbußen von gut einem Drittel rechnet, ist er froh, dass er öffnen kann. „Es ist alles besser als nichts.“

Besucher Alexander Knöß arbeitet im Rathaus. Früher sei er auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause auch einfach mal durch den Weihnachtsmarkt gelaufen. Wegen der Kontrollen lässt er das in diesem Jahr sein. Seit der Zaun steht, sei der Markt mittags komplett leer, berichtet der Verwaltungsmitarbeiter, der sich an diesem Samstag ganz gezielt für den Weihnachtsmarktbesuch entschieden hat. Denn Alexander Knöß findet es gut, dass der Markt überhaupt noch offen ist. „Ich hoffe, dass er bis zum Ende stattfinden kann“, sagt er.

„Die erste Woche ist sehr gut gelaufen“, berichtet Brigitte Fries vom Stand „Candelas Kerzenhaus“. Abgesehen von der Einzäunung habe dann aber auch der Frankfurter Weihnachtsmarkt geöffnet und dort könnten die Leute eben auch ohne Impfnachweis hin. Brigitte Fries erinnert sich, dass der Umsatz früher an Nikolaus immer etwas höher war, weil die Leute Geschenke kauften. In diesem Jahr aber, seien die Leute durch Corona sehr verhalten. Zurzeit mache sie nur Verluste, sagt sie und hofft noch auf Besserung.

„Wir sind froh, dass wir hier sind. Jeder Tag ist ein gewonnener Tag“, sagt Alexandra Müller vom Herbertehof. An ihrem Stand bietet sie Hausmacher Wurstspezialitäten an. „Wir sind ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Hausschlachtung. Da können wir die Produktion so gestalten, wie der Markt es gerade braucht“, berichtet die Bäuerin. Dass andere, die vorher Waren einkaufen und finanziell in Vorleistung gehen, in der aktuellen Situation mehr Probleme haben, kann sie verstehen. „Aber es sind harte Zeiten, trotzdem sind wir positiv gestimmt“, sagt Alexandra Müller. (Von Peter Klein)

Der Weihnachtsmarkt ist noch bis zum 29. Dezember montags bis donnerstags von 11 bis 21 Uhr, freitags und samstags bis 22 Uhr und sonntags von 13 bis 21 Uhr geöffnet. Am 24., 25., und 26. Dezember bleiben die Buden geschlossen.

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