Ein Geheimtipp: Rivaner

Weinanbau-Tradition in Rumpenheim

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Claudia Gibbert in ihrem Weingarten. Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie seit mehr als 15 Jahren den Garten am Offenbacher Mainufer und erwirtschaftet im Jahr bis zu 300 Liter Wein.

Offenbach - Weinanbau in Offenbach: Ein Winzerpaar setzt im Stadtteil Rumpenheim die Wein-Tradition von Mönchen des Klosters Lorsch fort.

„Die Nachfrage ist groß. Die Abnehmer kommen hauptsächlich aus dem Rhein-Main-Gebiet“, sagte die Nebenerwerbswinzerin Claudia Gibbert in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Sie und ihr Mann hatten den alten Garten in den 1990er Jahren gekauft. Beide haben auch ein Weingut an der Mosel.

Die ersten Trauben am Offenbacher Mainufer wuchsen im frühen Mittelalter. Seit über 15 Jahren wird der Weinbau wieder gepflegt. An die 300 Liter kommen von dem außergewöhnlichen Tropfen pro Jahr.

War das eine Schnapsidee, Weinanbau in Offenbach zu betreiben?

Claudia Gibbert: Auf den ersten Blick ist Offenbach ja alles, nur keine Weingegend. Die Idee, Reben anzupflanzen, hatten aber schon Mönche aus Lorsch. In alten Unterlagen haben wir den Flurnamen "An den Weingärten" entdeckt. Bei Recherchen kam heraus, dass hier schon zur Zeit Karls des Großen Weinstöcke standen. Mein Mann kommt aus einer Winzerfamilie an der Mosel. Deshalb haben wir uns gedacht, wir probieren es. Als Hobby und Ausgleich nach der Arbeit im Büro. Seitdem produzieren wir Rumpenheimer Wein und verkaufen ihn.

Warum geht Wein-Produktion in dieser Lage?

Claudia Gibbert: Rumpenheim liegt an der Mainschleife. Es herrscht ein spezielles, fast mediterranes Mikroklima mit viel Sonne und Wärme. Klima und Lehmboden eignen sich für den Anbau von halbtrockenem bis trockenem Rivaner. Weil Offenbach nach den EU-Regeln kein ausgewiesenes Weinanbaugebiet ist, ist die Zahl der Stöcke auf rund 200 begrenzt. Außerdem darf die Rebsorte nicht auf dem Flaschenetikett stehen. Zum ersten Mal gelesen haben wir 1998. Die Trauben werden an der Mosel gekeltert und können dort im Eichefass reifen.

Wer trinkt denn den Offenbacher Tropfen?

Claudia Gibbert: Die Nachfrage ist groß. Die Abnehmer kommen hauptsächlich aus dem Rhein-Main-Gebiet. Die Flaschen sind ein beliebtes Geschenk bei Lokalpatrioten, aber auch bei Firmen, die etwas Besonderes suchen. In Rumpenheim gibt es noch andere Weingärtner. Sie produzieren ausschließlich für ihren Privatverbrauch.

dpa

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