Arachnologe analysiert Leserfoto

Weiße Witwe? Hinterhalt im Hausgarten

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Offenbach - Der Offenbacher Friedhelm Meyer ist in seinem Hausgarten am Heusenstammer Weg Augen- beziehungsweise Objektivzeuge eines tödlichen Dramas geworden: In einer Blüte hatte eine Spinne einer Hummel aufgelauert; das Nektar sammelnde Insekt besaß keine Chance und wurde Opfer der achtbeinigen Räuberin.

Leser Meyer fragt sich, ob es sich bei der Spinne um eine hierzulande eigentlich nicht heimische Weiße Witwe handeln könnte: Im Internet kursieren Fotos, welche die in Steppen von Nordafrika bis Zentralasien verbreitete, aber nicht ganz so giftige Verwandte der berüchtigten nordamerikanischen Schwarzen Witwe angeblich im Westeuropa zeigen. Auch eine große Illustrierte präsentierte neulich ein Exemplar der Art, wie sie Meyer in Offenbacher vor die Linse bekam, als Weiße Witwe.

Zwecks Aufklärung haben wir Kontakte zum Staatlichen Naturkundemuseum in Karlsruhe genutzt. Der dortige Arachnologe Dr. Florian Raub identifiziert anhand des Fotos eine sogenannte Veränderliche Krabbenspinne, wissenschaftlich Misumena vatia: Die Weibchen können aktiv ihre Körperfarbe ändern; hier hat sich eine Krabbenspinnen-Dame seiner weißen Wohn-Blüte so angepasst, dass sie für ihre spätere Beute – sie packt sie mit den Vorderbeinen, injiziert ihr Gift und saugt sie aus – fast unsichtbar gewesen sein dürfte. (tk)

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