Weiterbildung soll den Arbeitsplatz sichern

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Klaus Mika

Offenbach - Die Berufswelt ändert sich in vielen Bereichen rasant. Häufig wird die Weiterbildung als ein wichtiges Mittel für Arbeitnehmer gepriesen, um bei dieser Entwicklung Schritt halten zu können. In der Realität wird es aber selten genutzt. Von Marc Kuhn

Mit dem Qualifizierungsscheck will das hessische Wirtschaftsministerium gegensteuern. „Ziel ist es, Betriebe und Beschäftigte zu sensibilisieren, um Arbeitsplätze zu sichern“, sagt Klaus Mika, der Qualifizierungsbeauftragte in der Stadt Offenbach, unserer Zeitung. Gerade für Ältere sei der Scheck ein Instrument, um den Job zu erhalten. Bis zu 500 Euro im Jahr zahlt das Land, wenn Berufstätige an einer Weiterbildung bei einem zertifizierten Anbieter teilnehmen. Das Projekt ist in Offenbach bei der Gesellschaft für Wirtschaftskunde (GfW) angesiedelt, dem Bildungswerk der regionalen Wirtschaft.

Christine Funck

Christine Funck ist die Qualifizierungsbeauftragte für den Kreis Offenbach. Sie sei „quasi die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Weiterbildungsangeboten“, erklärt der Landrat des Kreises Offenbach, Peter Walter. „Eigentliches Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen im Kreis Offenbach, die Unterstützung der Führungskräfte und Beschäftigten im Bereich Weiterbildung sowie die Optimierung von Weiterbildungsangeboten“, erklärt Funck. „Ich denke, dass wir mit diesem Angebot eine Lücke schließen“, berichtet Walter. „Viele Unternehmer haben nämlich gar nicht die Zeit, sich umfassend mit der Thematik zu beschäftigen. Sie brauchen hier Hilfe.“

Info

Der Weg zu den Qualifizierungsbeauftragten: Klaus Mika, Aliceplatz 4 bis 5, 63065 Offenbach, Tel.: 069/80084441, E-Mail: k.mika@gfw-hu-of.de.

Christine Funck, Frankfurter Straße 160 bis 166, 63303 Dreieich, Tel.: 06103/31 31-11 20, E-Mail: c.funck@kreis-offenbach.de.

Das Angebot richte sich an kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern, erklärt Mika. Aber auch Beschäftigte können sich an ihn wenden und bekommen eine kostenlose Beratung. Voraussetzung für die Weiterbildung sei, dass die Angestellten für ihre derzeitige Tätigkeit keinen Abschluss haben oder älter als 45 Jahre seien. Der Qualifizierungsscheck ist aber keineswegs für ungelernte Kräfte gedacht. Weiterbilden könnten sich Berufstätige, die in einem anderen Job eine Ausbildung abgeschlossen haben, jetzt aber beispielsweise in einem Callcenter arbeiten, berichtet Mika. So sei der Scheck unter anderem für Quereinsteiger interessant. Die Bandbreite der Berufe reiche vom Ingenieur bis zum Lageristen. Denkbar seien zum Beispiel EDV- und Sprachkurse, sagte Mika weiter.

Etwa 300 Unternehmen hat er bisher angesprochen. Die Resonanz ist seinen Angaben zufolge bisher allerdings verhalten. „Das Fördermittel ist nicht so bekannt“, erläutert Mika. Hinzu komme die Kurzarbeit in zahlreichen Firmen. Lässt eine Firma kurz arbeiten, dann kann sie die Weiterbildung über die Agentur für Arbeit finanzieren.

Gut sei der Qualifizierungsscheck aber auf jeden Fall, sagt Mika. Die Voraussetzungen müssten indes gelockert werden, fordert er. So sei Weiterbildung beispielsweise auch für einen Schlosser wichtig, der jünger als 45 Jahre sei und mit immer neuen Maschinen arbeiten müsse. In anderen Bundesländern gebe es bessere Voraussetzungen und dort würden auch mehr Schecks ausgegeben, erklärt GfW-Geschäftsführer Reinhold Maisch.

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