Sanierungen im laufenden Jahr

Weitere Millionen für Schulen

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Die Buchhügelschule wurde für gut zehn Millionen Euro auf einen auch energetisch zeitgemäßen Standard gebracht. Etwas weniger als eine Million Euro musste die Stadt beisteuern. Für die 400 Schüler entstand unter anderem ein Erweiterungsbau im Passivhausstandard, der die laufenden Energiekosten erheblich senkt.

Offenbach - Die jährliche Zwischenbilanz zum 2007 gestarteten Schulsanierungsprogramm der Stadt fällt positiv aus – nach und nach werden Baumaßnahmen abgeschlossen. Verzögerungen durch gestiegene Kosten spielen angesichts der Dimensionen nur eine Nebenrolle. Von Fabian El Cheikh

14 Millionen Euro investiert die Stadt im laufenden Jahr in ihre Schulen. Die Mittel fließen in die Ertüchtigung der Waldschule Tempelsee, die im Frühsommer der Schulgemeinde übergeben wurde, und in den Neubau einer zweizügigen Grundschule in Bieber-Waldhof.

Zusätzliche Räume benötigt:

In 27 Schulen an 30 Standorten werden derzeit auf 216 000 Quadratmetern Kinder in Offenbach unterrichtet. Die Schülerzahlen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert. Besonders die Quartiere rund um die Innenstadt sind bei jungen Familien beliebt. Deshalb wird in dem neuen Stadtviertel Hafen ab 2015 eine weitere Schule gebaut. Allein diese Maßnahme verschlingt etwa 26 Millionen Euro. An den übrigen Schulen besteht ein zusätzlicher Raumbedarf von 45 000 Quadratmetern. Wann die letzten Bauarbeiten fertig sind, ist bislang nicht absehbar. Kostensteigerungen sorgten für Verzögerungen und diese wiederum für lange Mienen bei Eltern und Schulleitern.

Weiterhin stehen Mittel für den Neubau der Hafenschule mit Kita sowie für die Sanierung der Käthe-Kollwitz-Schule zur Verfügung. Schuldezernent Felix Schwenke lobte gestern in der Buchhügelschule, deren Sanierung und Erweiterung ebenfalls inzwischen abgeschlossen ist, die vielen Beteiligten an den Projekten. Sie trügen unter erschwerten Bedingungen (steigende Schülerzahlen, dringend notwendiger Ausbau der Ganztagsbetreuung, doppelter Abiturjahrgang durch G8 und Kostensteigerungen vor allem am Buchhügel) dafür Sorge, dass die Offenbacher Schulen baulich und pädagogisch in der Gegenwart ankommen und auch für die Zukunft gewappnet seien.

Schwenke ließ sich so kurz vor den Wahlen auch Kritik entlocken: „Das Land lässt sich gern für den Ausbau der Ganztagsschulen feiern, aber der kommunale Beitrag ist erheblich.“ Jährlich stelle die Stadt etwa 774 000 Euro für den Ganztagsbetrieb zur Verfügung, davon zirka eine halbe Million Euro nur für Personal. „Die Zuwendung des Landes belaufen sich auf etwa 563 000 Euro.“

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Noch eindrucksvoller ist die Gesamtschau: Seit 2007 hat die Stadt rund 169  Millionen Euro mit eigenen Geldern aus dem Schulsanierungsprogramm sowie Zuschüssen von Land und Bund, etwa aus dem Konjunkturprogramm, für die Erweiterung und Sanierung von 17 Schulen und sieben Kitas ausgegeben. Gut 75 Prozent der noch – unter regierungspräsidialer Obhut – frei verfügbaren Haushaltsmittel sind somit in neue Betreuungsräume, Bibliotheken, Küchen und Cafeterien geflossen. An neun Schulen ist die Sanierung und Erweiterung weitgehend abgeschlossen. Inzwischen fließen die Mittel aus der zweiten Tranche des städtischen Programms.

Ganztagsangebote haben die 14 Grundschulen mittlerweile in Eigenregie mit tatkräftiger Unterstützung von Fördervereinen und freien Trägern eingerichtet. Ziel der Stadt sei es zunächst, so Schwenke, bis 2014/15 den Mindeststandard einer Betreuung dreimal pro Woche bis 14.30 Uhr zu gewährleisten. „Das bedeutet Ganztagsbetreuung für die Landesregierung. Langfristig wollen wir aber eine tägliche Betreuung bis 17 Uhr. Das ist für uns Ganztagsbetreuung.“

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