Die Welle schwappt höher

Offenbach ‐ Wie gefährlich ist sie denn nun, die Schweinegrippe ? Und was bringt eine Impfung dagegen überhaupt? Dass die Spitze des Stadtgesundheitsamt gestern bei einer städtischen Pressekonferenz zum Thema diesen Fragen ausweicht, ist verständlich angesichts der widersprüchlichen Meldungen der vergangenen Wochen zur „neuen Influenza A H1 N1“. Von Matthias Dahmer

Sicher ist aber: Die Zahl der registrierten Fälle steigt auch in Offenbach. Waren es bei der sogenannten ersten Welle zwischen April und Anfang November insgesamt 15 Patienten mit entsprechender Diagnose, sind es mittlerweile in der zweiten Welle 20 bis 30 Fälle pro Woche. Zum größten Teil handelt es sich bei den Betroffenen um Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren, vier von ihnen müssen stationär behandelt werden.

Wie hoch die Zahl der erkrankten Offenbacher tatsächlich ist, kann indes niemand sagen. „Die Labore wären überlastet, wenn sie alle Verdachtsfälle untersuchen müssten“, sagt Dr.  Michael Maiwald, Leiter des Gesundheitsamts. So kurieren vermutlich viele ihre nicht näher diagnostizierte Grippe einfach wie sonst auch Zuhause aus. Am besten sind laut Maiwald sieben bis zehn Tage häusliche Quarantäne. So lange sind an Schweinegrippe Erkrankte nämlich ansteckend.

Wer sich impfen lassen will, kommt auch dran

Wer noch fit ist, und sich schützen möchte, sollte seinen Hausarzt fragen. 40 niedergelassene Ärzte impfen mittlerweile gegen die Schweinegrippe. „Damit ist gewährleistet, dass jeder, der sich impfen lassen will, auch drankommt. Denn auch Ärzte, die nicht impfen, kennen zumindest einen Kollegen, der das macht“, erklärt Gesundheitsdezernentin Birgit Simon den Verzicht auf die Veröffentlichung einer Liste aller impfenden Mediziner in der Stadt.

Die wenigsten Impfwilligen kommen aber auch gleich dran. Nach dem vom Land vorgegebenen Konzept haben zwei Gruppen Vorrang: Zum einen das sogenannte Schlüsselpersonal, Beschäftigte in Kliniken, Heimen und bei den Rettungsdiensten etwa. Sie können sich vom Gesundheitsamt impfen lassen. Seit Beginn der Impfaktion am 26. Oktober haben erst 13 Prozent (700 Personen) aus dieser Gruppe das Angebot genutzt. Zum anderen werden bei den Hausärzten chronisch Kranke bevorzugt behandelt.

Nach zwei bis drei Wochen ist man geschützt

Wer seine Dosis hat, der ist erst nach zwei bis drei Wochen geschützt. Bei Kindern unter zehn, die zweimal geimpft werden müssen, kann es vier bis fünf Wochen dauern. Offenbacher Schulen wurden bislang nicht geschlossen. Und Mediziner Maiwald hält das auch für sinnlos: „Das wäre keine Maßnahme, welche die Schweinegrippe eindämmt“

Fragen zur Schweinegrippe beantwortet das Stadtgesundheitsamt unter Telefon 069  8065-2111.

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