Welle der Zustimmung

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Sie lenken als geschäftsführender Vorstand für die nächsten zwei Jahre die Geschicke des EOSC (von links): Manfred Vater (Sportleiter), Matthias Wörner (Schatzmeister), Irmgard Arnold (Schriftführerin) und Vorsitzender Dieter Levi-Wach.

Offenbach ‐ Die Sanierung des 50-Meter-Beckens im Waldschwimmbad, Vorstandswahlen und der schwelende Konflikt zwischen der Vereinsführung und dem Architekten Hans-Jürgern Lüttich standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Ersten Offenbacher Schwimmclubs (EOSC) im Kolpinghaus. Von Denis Düttmann

Mehr als 130 Vereinsmitglieder, darunter auch Oberbürgermeister Horst Schneider, Bürgermeisterin Birgit Simon und Stadtrat Paul-Gerhard Weiß, bestätigten während einer knapp fünfstündigen Marathonsitzung mit großer Mehrheit den geschäftsführenden Vorstand: Vorsitzender Dieter Levi-Wach, Schatzmeister Matthias Wörner, Schriftführerin Irmgard Arnold und Sportleiter Manfred Vater lenken die Geschicke des mit derzeit 2 200 Mitgliedern größten Offenbacher Vereins nun für weitere zwei Jahre. Unterstützt werden sie dabei von den Beisitzern Dieter Erk, Thilo Hartmann, Michael Bald und Michael Laufenberg.

EOSC-Chef Levi-Wach zeigte sich zufrieden mit der Sanierung des 50-Meter-Beckens, die dieser Tage weitgehend abgeschlossen wurde. Trotz der widrigen Witterungsbedingungen Anfang des Jahres seien die Arbeiten zügig voran gegangen, momentan stünden lediglich noch Pflasterarbeiten rund ums Becken aus. Für rund 1,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II hat der Verein in den vergangenen Monaten eine Edelstahlwanne einziehen, das Schwallwasserbecken sanieren und und eine wärmedämmende Abdeckplane installieren lassen.

Gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden

„Außerhalb der Öffnungzeiten können wir den Energiebedarf damit um 80 Prozent reduzieren“, erklärte Levi-Wach den Nutzen der Folie. Für die LED-Beleuchtung des Beckens und drei Unterwasserkameras zur Schwimmstil-Analyse hat die Finanzspritze des Bundes indes nicht mehr gereicht – die rund 25 000 Euro hierfür will Levi-Wach bei Sponsoren einwerben. „Wir haben jetzt wieder ein tolles Bad, auf das wir stolz sein können“, so der Vereinsvorsitzende.

Der Vorstand habe sich bei seinen Entscheidungen zur Badsanierung stets am Wirtschaftlichkeitsprinzip orientiert, sagte Levi-Wach. Damit wehrte er sich gegen den Vorwurf, beim Wechsel des verantwortlichen Architekten Fehler gemacht zu haben. Noch vom alten Vorstand sei seinerzeit Hans-Jürgen Lüttich mit der Planung beauftragt worden. Nachdem man schließlich einen Generalunternehmer gefunden habe, der auch die architektonische Konzeption übernahm, habe man sich von ihm getrennt. „Es wäre unverantwortlich gewesen, zweimal für die gleiche Leistung zu zahlen“, erklärte Levi-Wach. Er sei sich jedoch sicher, mit dem ehemaligen Architekten eine Lösung zu finden: „Für seine geleistete Arbeit wird er selbstverständlich entlohnt.“ Damit gab sich auch Hans-Jürgen Lüttich zufrieden. Der ehemalige EOSC-Präsident, zugleich Ehrenmitglied des Vereins, stimmte gegen Ende der Versammlung dem Vorschlag zu, weitere Gespräche zu führen, um eine gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden. Wie am Rande des Jahrestreffens zu hören war, soll sich Lüttichs Forderung auf rund 170 000 Euro belaufen.

Bei seinem Ausblick auf künftige Vorhaben hob EOSC-Chef Levi-Wach hervor, dass nun auch für die dringend erforderliche Sanierung der sanitären Anlagen Fördermittel beim Land beantragt werden. Für die Erneuerung von Duschen, Toiletten und Umkleiden müssten rund eine Million Euro investiert werden. Der Verein, so Levi-Wach weiter, versuche künftig neue Einnahmequellen, etwa durch Werbung zu erschließen, denke über längere Bad-Öffnungszeiten nach und werde in Kürze eine neue Geschäftsordnung haben.

„Unterlagen weisen erhebliche Mängel auf“

Mit den vielfältigen Geldflüssen des Vereins – pro Jahr wird im EOSC eine knappe Million Euro bewegt - hat sich auch der ehemalige Schatzmeister des Vereins, Thorsten Bauer, im vergangenen Jahr beschäftigt: „Mein Ziel war es, die Finanzen möglichst übersichtlich zu ordnen.“ So habe er Bargeldtransfers innerhalb des Vereins abgeschafft und bei Überweisungen die doppelte Unterschrift eingeführt. Eigenmächtige Transaktionen wie in der Vergangenheit sollen damit verhindert werden.

Richtig zufrieden war Kassenprüfer Dieter Faulenbach da Costa mit der Buchhaltung des Vereins dennoch nicht. So sei er weder über den Wechsel des Schatzmeisters informiert worden, noch habe man ihm umfassende Daten zur Verfügung gestellt. „Der Vorstand hat nichts für einen transparenten Umgang mit den Vereinsfinanzen getan. Er hat vielmehr versucht, die Prüfung zu verhindern“, so Faulenbach da Costa. Vorbildlich hingegen sei die Buchhaltung des Badbetriebs gewesen. Er regte an, den aus seiner Sicht zu teuren Schuldendienst des Vereins zu überprüfen und das Verrechnungskonto des Vorstandes künftig stärker zu kontrollieren. Am Ende seines 23-seitigen Revisionsberichts zog der Kassenprüfer ein zwiespältiges Resümee: „Die Unterlagen weisen erhebliche Mängel auf, aber es hat niemand in die Kasse gegriffen.“

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