1500 Anwohner betroffen, A661 gesperrt

Weltkriegsbombe am Kaiserlei mit lautem Knall entschärft

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Die Weltkriegsbombe (unter einer Plane) am Kaiserlei in Offenbach.

Offenbach - Bei den Bauarbeiten am Kaiserlei-Kreisel in Offenbach ist am Donnerstagnachmittag eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. In der Nacht zum Freitag wird diese erfolgreich entschärft - mit einem lauten Knall. Von Damian Robota

Es handelte es sich um eine teilgezündete 500-Kilo-Bombe. Zunächst war von einem verhältnismäßig kleinen Blindgänger mit 20 Kilogramm die Rede. Die Bombe wurde laut Stadt Offenbach beim ehemaligen KWU-Gebäude (Berliner Straße 295) am Kaiserlei gefunden. Rund 1500 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Ab 20 Uhr evakuierte die Polizei gemeinsam mit der Feuerwehr einen Radius von 300 Metern um die Fundstelle.

Die Evakuierung wurde erst gegen 23.50 Uhr abgeschlossen. Eigentlich sollte der Blindgänger bereits früher entschärft werden. Der Kampfmittelräumdienst vermutete noch etwa 30 bis 40 Kilo Sprengstoff in der Bombe. Nach einer Abstimmungen zwischen Polizei und Feuerwehr und Kampfmittelräumdienst erfolgte schließlich die erfolgreiche Entschärfung. Um 1.29 Uhr twitterte die Stadt Offenbach: „Achtung - Weltkriegsbombe ist entschärft, der Zünder muss aber gesprengt werden. Es gibt in wenigen Minuten einen lauten Knall!“. Dieser hatte vermutlich im Anschluss den ein oder anderen Offenbacher noch einmal aus dem Schlaf gerissen.

500-Kilo-Bombe am Kaiserlei gefunden: Bilder

Während der Entschärfung hielten die S-Bahnen nicht an der Haltestelle Kaiserlei, sondern fuhren durch. Bei mehreren Busverbindungen (102, 103, 104 und 108) gab es Fahrplanänderungen. Die A661 wurde zudem ab etwa 22 Uhr zwischen den Anschlussstellen Taunusring und Frankfurt Ost voll gesperrt. Alle weitere Zufahrtsstraßen zur Evakuierungszone waren ebenfalls gesperrt.

Der genaue Evakuierungsradius.

Für die betroffenen Bewohner gab es keine Notunterkünfte, allerdings wurde beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in der Frankfurter Straße 135 eine Betreuungsstelle eingerichtet. 275 Menschen nutzen dieses Angebot der Stadt. Neun Menschen wurden zudem durch Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Betreuungsstelle transportiert. 

Vor Ort waren insgesamt rund 100 Einsatzkräfte. Darunter ein Sanitätszug von DRK und ASB und ein Betreuungszug vom DRK, die Berufsfeuerwehr und die Einsatzleitung des Rettungdienstes sowie Helfer vom THW und den Freiwilligen Feuerwehren Rumpenheim, Waldheim und Bieber. Die Polizei hatte rund 50 Beamte im Einsatz. Zudem richtete die Stadt Offenbach ebenfalls ein Servicetelefon ein und informierte auf ihrer Webseite sowie über Twitter zu dem stundenlangen Einsatz. (dr)

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