Weniger Firmengründungen

Offenbach (ku) - Der Gründungsboom in Stadt und Kreis ist offenbar vorbei. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach erwartet in diesem Jahr etwa zehn Prozent weniger Firmengründungen als im Vorjahr.

Die Kammer hat nach eigenen Angaben für das erste Quartal bei den Informationen über Gründungen eine Abnahme von 20 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2011 verzeichnet. „Genutzt werden diese Informationen überwiegend von künftigen Kleinunternehmern und Nebenerwerbsgründern, und sie sind somit ein guter Indikator für einen Rückgang, der derzeit einen bundesweiten Trend darstellt“, erklärte Markus Weinbrenner, IHK-Geschäftsführer für den Bereich Existenzgründung und Unternehmensförderung. „Dennoch: Das Gründungsinteresse insgesamt besteht weiterhin“, erläuterte Weinbrenner.

Mit der bereits leichten Abnahme an Neugründungen 2011 habe ein Trend begonnen, der sich 2012 fortsetze. „Sinkende Arbeitslosigkeit, Fachkräftemangel und die demographische Entwicklung haben zu einem nachlassenden Gründungsinteresse geführt“, berichtete Weinbrenner weiter. Darüber hinaus habe die Verschärfung des Zugangs zum Zuschuss für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit deutliche Spuren hinterlassen.

„Offenbach befindet sich unter den ersten Zehn“

Im vergangenen Jahr registrierten die Kommunen in Stadt und Kreis mehrheitlich einen positiven Saldo zwischen Gewerbean- und -abmeldungen. „9034 Anmeldungen standen 7569 Abmeldungen gegenüber“, erklärte Weinbrenner. „Der Bezirk der IHK Offenbach am Main nimmt hessenweit bei der Gründungsintensität, also Gewerbeneuerrichtungen je 1000 Einwohner, einen Spitzenplatz ein. Technologie und Innovation seien prägend für die Region. „Im IHK-Ranking des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung befindet sich der Bezirk Offenbach unter den ersten Zehn. Im bundesweiten Vergleich besteht eine überdurchschnittliche Gründungsintensität bei technologieorientierten Dienstleistern in Stadt und Kreis.“ 

Rubriklistenbild: © dpa

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