Weniger Lärmbelastung: Bahn statt Flugzeug

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Offenbach (dr) - Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider und Stadtrat Paul-Gerhard Weiß fordern eine Verlegung von Kurzstreckenflügen auf die Bahn. Der Flugverkehr wird in Offenbach und der Region immer mehr zum Problem.

Zwanzig Prozent weniger Flüge vom Frankfurter Flughafen sind ohne Verlust von Arbeitsplätzen und ohne ein Bremsen von wirtschaftlicher Dynamik möglich, wenn konsequent der Schienenverkehr gestärkt wird. In einer gemeinsamen Erklärung fordern Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider und Flughafendezernent Paul-Gerhard Weiß eine Verlegung von Kurzstreckenflügen auf die Bahn.

„Niemand muss von Frankfurt nach Stuttgart, Bremen, Hannover oder Berlin fliegen. Im Umkreis von 500 Kilometer kann die Bahn die wichtigen innerdeutschen Zentren und Großstädte in den Nachbarländern wie Basel oder Brüssel ebenso schnell verbinden wie ein Flieger, wenn das Hochgeschwindigkeitsnetz in Deutschland ausgebaut wird“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider.

Nachtruhe verlängern

„Gerade in den frühen Morgenstunden und am Abend“, so Paul-Gerhard Weiß, „dominiere der innerdeutsche Verkehr am Frankfurter Flughafen. Über die Hälfte der Starts zwischen sechs und sieben Uhr morgens hat ein Ziel, das ungefähr eine Flugstunde entfernt liegt. Hier gibt es ausreichend Potentiale, um lärmgeplagten Anwohner rings um den Airport die Nachtruhe zu verlängern“.

Dazu müsste jedoch die Logistik von Bahn und Flughafen verknüpft werden. So könnten auch andere Flüge, die nicht der Drehkreuzfunktion dienen, in einem intelligenten Flughafensystem verlagert werden.

Günstiger Flugverkehr wird zum Problem

Der Flugverkehr wird in Offenbach und der Region immer mehr zum Problem. „Lebensqualität ist auch ein wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft. Aber in diesem Punkt verlieren wir an Ansehen. Der Lärm der startenden und landenden Jets vertreibt immer mehr Menschen aus der Region. Die Leute werden hier auf Dauer auch nur arbeiten wollen, wenn sie hier auch angemessen wohnen können“, so Weiß.

Alles zum Thema Fluglärm lesen Sie im Stadtgespräch

Schneider sieht auch ein Problem bei der Luftverkehrsabgabe von Flügen. „Mit den Schnäppchenpreisen auf den Kurzstrecken muss es ein Ende haben. Wer für 29 Euro Menschen nach Berlin oder Paris fliegt, erzeugt eine Nachfrage, für die die lärmgeplagten Anwohner Tribut zahlen.“

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