Polizeistatistik: Historischer Tiefststand

Weniger Unfälle in der Region

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Offenbach - Alle 38 Minuten kracht es auf den Straßen der Region - rein statistisch gesehen. Dennoch ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Südosthessen seit Jahren rückläufig. Von Christian Riethmüller

Die Kreuzung schien Unfälle geradezu heraufzubeschwören. Immer wieder krachte es, wenn Autofahrer abbiegen wollten oder sich im fließenden Verkehr entgegenkamen: Die „Kempinski-Kreuzung“ zwischen Neu-Isenburg und Dietzenbach galt als Unfallschwerpunkt. Schließlich wurde dort im Jahr 2012 eine Ampelanlage installiert. Wie Claus Spinnler vom Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach gestern berichtete, gab es seit dieser Maßnahme keinen Unfall mehr. Wie Spinnler weiter sagte, hatte die Polizei die Unfälle an besagter Kreuzung von Bundesstraße 459 und Landesstraße 3117 mit Hilfe der Elektronischen Unfalltypen-Steckkarte (EUSka) erfasst und analysiert. Diese Analyse mündete in der Empfehlung, eine Ampel aufzustellen.

„Ob EUSka direkt für einen Rückgang von Unfällen verantwortlich ist, kann ich nicht sagen, doch seit Einführung des Systems im Jahr 2006 sind die Unfallzahlen rückgängig“, so Spinnler. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Offenbach habe EUSka im vergangenen Jahr insgesamt 42 Unfallschwerpunkte – davon 16 in der Stadt und 26 im Kreis Offenbach – identifiziert. Hierfür sollen nun geeignete Maßnahmen – etwa Warnschilder oder Geschwindigkeitsbegrenzungen – gefunden werden, um die Unfallgefahr zu minimieren. Möglicherweise kann die Polizei dann im nächsten Jahr den erneuten Rückgang der Zahl der Verkehrsunfälle vermelden und so einen Trend bestätigen. Der weist seit mittlerweile drei Jahren immer weniger Verkehrsunfälle im Bereich der Städte Offenbach und Hanau sowie der Landkreise Offenbach und Main-Kinzig aus.

Wie Roland Ullmann, Präsident des Polizeipräsidiums Südosthessen gestern sagte, „sank die Zahl der Verkehrsunfälle, die sich im Jahr 2013 auf den Straßen in der Region ereignet haben, auf den niedrigsten Stand seit 2001“, dem Jahr als das Polizeipräsidium gegründet wurde. Für Stadt und Kreis Offenbach sowie den gesamten Main-Kinzig-Kreis weist die Polizeistatistik für das Jahr 2013 insgesamt 13.984 Unfälle aus. Das sind 341 Unfälle oder 2,38 Prozent weniger als im Jahr 2012 mit 14.325 Unfällen. Im bisherigen Rekordjahr 2011 gab es 14.236 Unfälle. „Dennoch ereignete sich in unserem Zuständigkeitsbereich im Schnitt alle 38 Minuten ein Unfall“, gab Ullmann zu bedenken.

Kuriose Unfälle in der Region

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Bei den meisten Unfällen (11.197) blieb es bei Sachschäden. Bei 2787 Unfällen allerdings kamen auch Personen zu Schaden. Insgesamt wurden 3682 Verkehrsteilnehmer laut Statistik verletzt oder getötet. Insgesamt 20 Menschen mussten im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ihr Leben lassen, 543 wurden schwer verletzt und 3119 Beteiligte kamen mit leichten Verletzungen davon. Den volkswirtschaftlichen Gesamtschaden der in der Unfallstatistik 2013 erfassten Personen- und Sachschäden bezifferte die Polizei auf zirka 209 Millionen Euro.

Als Ursache für zahlreiche Unfälle nannte die Polizei „überhöhtes oder nicht angepasstes Tempo“. Rückläufig sei aber die Zahl von Unfällen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Hier vermeldet die Statistik 511 Fälle für 2013 (im Jahr 2012 waren es noch 571). Allerdings waren bei jedem zehnten „schweren Unfall“ Alkohol und/oder Drogen im Spiel. Überproportional häufig an Unfällen sind laut der Statistik übrigens jüngere Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren sowie ältere Verkehrsteilnehmer über 65 Jahre beteiligt. Diesen Altersgruppen gilt daher besonders die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei, nicht zuletzt auch, weil sich gerade für Ältere eine neue Gefahr auftut: Die verunglücken – statistisch gesehen – besonders häufig mit Pedelecs, den Fahrrädern mit Elektromotor.

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