324 Teilnehmer beim Volksradfahren

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Pfützen warteten schon beim Start auf dem Hof der Uhlandschule auf die Radler. Drei verschiedene Strecken standen am Sonntag zur Auswahl, sie führten über 12, 32 und 56 Kilometer.

Offenbach ‐ „Fahrradfahrer sind wetterfest“, sagt Andrea Brilka im Brustton der Überzeugung. Doch dann blickt die Vorsitzende des Radsportclubs Offenbach-Bürgel skeptisch gen Himmel, mustert besorgt die dunklen Wolken und es ist nicht ganz klar, ob da eher der Wunsch der Vater des Gedankens ist. Von Denis Düttmann

Nein, der Wettergott scheint kein Radler zu sein – beim Volksradfahren am Sonntag öffnet der Himmel immer wieder seine Pforten, kräftige Schauer gehen auf die Start- und Ziellinie auf dem Hof der Uhlandschule hernieder. Zwischendurch reißt die Wolkendecke aber hin und wieder auf und einige Sonnenstrahlen wärmen die klammen Glieder der Fahrer. Und die lassen sich von der durchwachsenen Witterungslage tatsächlich nicht abschrecken: 324 Radler schwingen sich auf den Drahtesel und treten rund um Offenbach in die Pedale.

Drei verschiedene Strecken stehen zur Auswahl: Anfänger radeln zwölf Kilometer durch Bürgel und Rumpenheim, die 32 Kilometer lange Distanz führt entlang des Mains nach Hanau-Steinheim und über Lämmerspiel zurück nach Offenbach. Und wer sich die 56-Kilometer-Strecke zutraut, der strampelt bis nach Klein-Krotzenburg, Seligenstadt und durch den Rodgau. Gefahren wird nach der Straßenverkehrsordnung entlang ausgeschilderter Wege. „Wir waren gestern mit sieben Teams vier Stunden lang unterwegs und haben Hunderte Wegweiser aufgehängt“, sagt Brilka. Auch weil die Strecke nicht extra abgesperrt ist und die Fahrer sich im ganz normalen Verkehr bewegen, handelt es sich beim Volksradfahren nicht um ein klassisches Rennen.

„Es geht heute nicht um Geschwindigkeit, sondern um den Spaß am Fahren“, sagt Brilka. „Wir wollen die Leute aufs Rad bringen und Interesse an unserem Sport wecken.“ Und weil es ganz ohne den Ansporn des Wettbewerbs dann doch nicht geht, können sich die Fahrer an Kontrollpunkten ihre Teilnehmerkarte abstempeln lassen und bekommen am Ziel eine Medaille: Bronze für die Kurzstrecke, Silber für die mittlere Distanz und Gold für die Langstrecke. Außerdem gibt es einen Pokal für die größte Gruppe, die gemeinsam zur Fahrt antritt.

Am frühen Nachmittag - die Sonne hat sich jetzt gegen die Regenwolken durchgesetzt - schlängeln sich Kinder auf dem Hof der Schule durch den Geschicklichkeitsparcours der Jugendverkehrsschule. Konzentriert steuern sie ihre Räder über ein Holzbrett, schnappen sich einen Schaumstoffball und drehen einhändig eine Runde, fädeln sich durch eine Slalomstrecke aus Pylonen und stoppen am Ziel mit einer Vollbremsung. „Die Kinder lernen dabei, sicher mit ihrem Fahrrad umzugehen“, sagt Oberkommissar Harry Müller. Vergangene Woche mussten sie ihr Training im Leonhardt-Eißnert-Park vorzeitig abbrechen, weil der Regen doch zu stark wurde.

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